POLITIK
04/07/2018 17:27 CEST | Aktualisiert 04/07/2018 21:41 CEST

Nach Asylstreit: Merkel erklärt, warum Horst Seehofer noch Innenminister ist

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Anadolu Agency via Getty Images
Müssen weiter gemeinsam die Regierungsbank drücken: Seehofer und Merkel.

► Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Interview in der ARD-Sendung “Farbe bekennen” erklärt, warum sie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nach dem Asylstreit nicht entlassen hat. 

► Als Bundeskanzlerin gebe sie die Richtlinien der Politik vor. “Entscheidungsrelevant ist einzig und allein, ob wir gemeinsam innerhalb dieser Richtlinien arbeiten. Das tun wir. Und deshalb ist Horst Seehofer Bundesinnenminister”, erklärte Merkel in der ARD.

► Für die Kanzlerin ist die weitere Zusammenarbeit mit Seehofer trotz der harschen Töne im Asylstreit gewährleistet.

Darum ist Merkels Satz bemerkenswert: 

Noch am Wochenende stand das Bündnis von CDU und CSU auf der Kippe. Im Streit um Zurückweisung von Flüchtlingen hatte Seehofer laut Medienberichten auch mit seinem Rücktritt gedroht. 

Noch am Montag hatte Seehofer über Merkel in der “Süddeutschen Zeitung” gepoltert: “Ich lasse mich nicht von einer Kanzlerin entlassen, die nur wegen mir Kanzlerin ist.” 

Nun, nachdem der Streit beigelegt ist, gibt sich die Kanzlerin versöhnlich. 

Was Merkel noch sagte:  

Die Kanzlerin möchte weitere Streitereien in der Koalition nicht ausschließen. “Ich kann nicht versprechen, dass es nicht über andere Themen wieder auch Kontroversen gibt”, sagte sie in der ARD. 

Auf Nachfrage der ARD-Journalisten, ob der Asylstreit nicht ein Konflikt mit einer neuen Qualität gewesen sei, sagte Merkel, es eine “heftige Auseinandersetzung über ein Thema (gewesen), das auch sehr emotional ist”.  

(chr)