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15/06/2018 12:24 CEST | Aktualisiert 15/06/2018 20:18 CEST

Südbayern: Mutter missbraucht eigenen Sohn – um den Vater nicht zu verlieren

Sie legte das Geständnis ihrem Sohn zuliebe ab

  • Eine Mutter missbraucht ihren eigenen Sohn, da sie den Vater des Kindes zurück gewinnen möchte – dieser verlangte Aufnahmen davon.
  • Jetzt stehen beide vor Gericht – der Mutter droht eine weitaus längere Haftstrafe, als dem Vater.
  • Im Video oben erfahrt ihr, wieviele Sexualstraftaten sich in Deutschland pro Jahr ereignen.

Eine junge Mutter aus dem Landkreis Weilheim-Schongau habe ihren fünfjährigen Sohn missbraucht – der Vater des Kindes habe Bilder und Videos von den Taten verlangt.

Die Frau hoffte, dass sie dadurch wieder mit Luca R.* zusammen kommen würde.

► Jetzt stehe sie dafür vor Gericht, berichtete die Zeitung “Merkur”.

“Ich hatte mir Hoffnungen gemacht, dass ich so bei Luca* noch eine Chance habe und wir wieder zusammenkommen“, habe die 27-jährige Einzelhandelskauffrau gesagt.

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Der Vater habe die Bilder verlangt

Es sei ihr schwer Gefallen über ihre Taten von 2013 zu sprechen – doch sie habe das Geständnis ihrem Sohn zuliebe abgelegt.

“Luca hat mich immer wieder gebeten, neue Bilder zu schicken“, habe die junge Frau erzählt. Laut “Merkur” waren es insgesamt 33 Aufnahmen, die sich Luca R. auf einer externen Festplatte speicherte. 

Auf den Bildern sieht man demnach Sandra F.*, wie sie nackt auf dem Bett liegt – ihr Sohn liegt neben ihr und muss sie im Intimbereich berühren.

Sie sagte aus, dass er das nicht freiwillig getan hätte, das habe sie an seinem Gesicht gesehen. In weiteren Videos würde die 27-Jährige in der Badewanne liegen und den Beischlaf mit ihrem Sohn ausführen.

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Sie tat alles für ihn

Lust habe sie dabei nicht empfunden, doch sie folgte den Anweisungen des Vaters – obwohl ihr Sohn sichtlich darunter gelitten haben soll. 

“Er hatte mich damals in der Hand. Ich habe einfach alles gemacht, was er wollte“, begründete die 27-Jährige laut “Merkur” ihre Taten. “Ich dachte, dass er zu mir zurückkommt. Ich habe doch immer so viel für ihn gemacht.“

► Doch habe sich geändert, als er begonnen haben soll, die junge Frau zu erpressen. Im Herbst 2017 habe Luca R. behauptet, dass die Festplatte mit den Bildern und Videos gestohlen worden sei – dann habe er 10.000 Euro von Sandra F. gefordert.

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Sie ging zur Polizei

Zahlen habe sie nicht können. Die anderen Vorschläge des Vaters habe sie nicht verwirklichen wollen: “Er wollte mich zu fremden Männern fahren und den Verdienst für den Sex mit denen sollte ich ihm dann abgeben“, berichtete sie nach Angaben der Zeitung.

► Stattdessen sei sie zur Polizei gegangen und habe Anzeige erstattet und erstattete Anzeige. 

Für Sandra F. stehen jetzt vier Jahre und neun Monate Gefängnis auf dem Spiel. Für Luca R. nur ein Jahr und sechs Monate. Der Prozess dauert an. 

 *die Namen der Angeklagten wurden in diesem Artikel geändert

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