ELTERN
16/04/2018 10:56 CEST

Mutter will sich das Leben nehmen – ein Foto ändert alles

Mit ihrem Bild ermutigt sie hunderte Mütter.

  • Eine Mutter hat auf Instagram ein bewegendes Foto geteilt, das ihre Probleme mit postpartaler Depression festhält
  • Damit will sie auf die Erkrankung aufmerksam machen und andere Mütter dazu bewegen, über ihre Erfahrungen zu sprechen

Nach der Geburt eines Kindes sind viele Frauen erst einmal überglücklich. Doch leider geht es nicht allen so. Tori Block ist eine von ihnen. Die junge Mutter aus Kalifornien litt kurz nach der Geburt ihres Sohnes unter postnataler Depression. Es wurde sogar so schlimm, dass sie darüber nachdachte, sich das Leben zu nehmen.

Doch mit Hilfe ihrer Familie und einem Bild aus ihrer schlimmsten Zeit schaffte sie es, sich davon zu befreien.

Zwischen zehn und 15 Prozent der Mütter entwickelt nach der Geburt ihres Kindes eine postpartale Depression, berichtet das deutsche Ärzteblatt.

Doch obwohl die sogenannte Wochenbettdepression gar nicht so selten ist, sprechen viele Frauen kaum darüber.

Das Bild erinnert sie an die Schmerzen und die Traurigkeit

Darum möchte Tori Block das Stigma brechen. Auf Instagram teilte sie nun ihre Erfahrungen als Mutter mit postpartaler Depression (PPD).

“Das bin ich in meinem absoluten Tiefpunkt meiner postpartalen Depression”, schreibt die Mutter unter das Bild.

Sie bat ihren Mann ein Foto von ihr in diesem Moment zu machen: “Damit ich mich daran erinnern kann, wie weit ich es geschafft habe, wenn ich jemals aus diesem Loch herauskommen sollte.”

Block wollte sich das Leben nehmen

Glücklicherweise konnte Block die Depression überwältigen. Doch wenn sie das Foto sieht, erinnert sie sich noch genau an das Leiden und die Schmerzen zu dieser Zeit, beschreibt sie weiter.

Erst durch ihre Schwester sei sie darauf aufmerksam geworden, dass sie unter PPD litt, doch wahrhaben wollte sie es zunächst nicht. Doch sobald die Gedanken kamen, sich das Leben zu nehmen, wusste sie, dass sie Hilfe braucht – zu diesem Zeitpunkt wahr Blocks Sohn Bodhi drei Monate alt.

Mit Hilfe ihrer Familie wandte sie sich dann an einen Psychologen. Gegenüber der Plattform “Love What Matters”, sagt sie, dass das ihr Leben gerettet habe.

“Bodhi und postnatale Depression waren beide nicht geplant – aber Hilfe zu suchen und anzunehmen hat mir geholfen, weiter zu machen. Beides war der größte Segen in meinem Leben für mich”, erklärt die Mutter. “Ich bin dadurch stärker geworden und verstehe jetzt, wer ich wirklich bin.”

Block will andere mit den Bildern ermutigen

Die ehrlichen Bilder von Block sollen anderen Kraft geben, die in derselben Situation stecken. Sie möchte auch dazu aufrufen, offener über die Krankheit zu sprechen.

Und es scheint zu funktionieren. Ihr Bild wurde auf Instagram über 3000 Mal geliked und hat inzwischen fast 800 Kommentare – viele davon von Müttern, die von ähnlichen Erfahrungen berichten.

Mit ihren weiteren Bildern möchte sie das Stigma der postnatalen Depression brechen und hofft, dass sie dadurch andere dazu bringen kann, sich Hilfe zu suchen, wenn sie auch darunter leiden, erzählt sie der Elternplattform “Babble”.

“Fragt nach Hilfe. Man muss sich nicht dafür schämen – ganz im Gegenteil, es macht euch mutig”, sagt Block.

Hinweis der Redaktion: Wenn du das Gefühl hast, dein Leben macht keinen Sinn mehr, wende dich bitte an die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.

Beim Schatten & Licht e.V. findest du zudem weitere Informationen und regionale Kontaktpersonen für Hilfsmaßnahmen bei postnataler Depression. Telefonnummer: 08293 / 965864 Email: info@schatten-und-licht.de

(ks)