ELTERN
28/03/2018 16:28 CEST | Aktualisiert 29/03/2018 16:36 CEST

13-jährige nimmt sich das Leben – dann findet die Mutter diese Nachricht

“Ich habe es erst gesehen, als es schon zu spät war”, sagt die Frau.

  • Die 13-jährige Emily Stick aus Australien hat sich nach anhaltendem Mobbing das Leben genommen
  • Vor ihrem Suizid habe das Mädchen noch versucht, ihre Mutter zu erreichen
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Eines der wohl schlimmsten Gefühle für Eltern ist es, nicht für die eigenen Kinder da sein zu können, wenn die sie am ehesten brauchen.

In Australien muss nun die Mutter eines 13-jährigen Mädchens genau das erleiden: Sie konnte ihre Tochter nicht davor bewahren, sich das Leben zu nehmen, wie aus einem Bericht des Nachrichtenportals “9News” hervorgeht. 

Zahlreiche verpasste Anrufe und eine Abschiedsnachricht

Es habe ihr den Magen umgedreht, als sie die vielen verpassten Anrufe ihrer Tochter gesehen habe, sagt die Mutter, Sharlene Scott, dem Newsportal.

In dieser Nacht habe sich die Dreizehnjährige ihr Leben genommen. Als letzten Hilferuf habe sie zuvor versucht, ihre Mutter zu erreichen, heißt es bei “9News”.

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“In dieser Nacht habe ich eine Nachricht von Emily erhalten, in der stand: ‘Ich werde mich umbringen’”, sagt die Mutter dem Portal. 

“Ich habe es erst gesehen, als es schon zu spät war.”

Monatelang gemoppt

Das 13-jährige Mädchen sei vor ihrem Suizid von ihren Schulkameraden monatelang beschimpft, gemoppt und körperlich misshandelt worden sein, schreibt “9News”.

“Einige Mädchen sagten zu ihr, dass sie Emily solange verprügeln würden, bis sie nicht mehr atmen könne”, sagt Scott.

Ihre Tochter sei so eingeschüchtert gewesen, dass sie sich nicht mehr zur Bushaltestelle traute. Auch in der Schule habe sich Emily auf der Toilette versteckt, um nicht mit ihren Peinigern in die Klasse gehen zu müssen, erzählt die Mutter weiter. 

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“Dreißig von ihnen [den Mobbern] haben versucht, sie anzugreifen – Jungs und Mädchen”, sagt Scott.

Einige hätten über den Suizid gelacht

Die Familie der 13-Jährigen glaube nicht, dass die Peiniger ihrer Tochter zur Verantwortung gezogen würden, schreibt “9News”.

“Einer der Haupt-Peiniger schien sehr reumütig am nächsten Tag, sie brach sogar in Tränen aus und sagte, alles sei ihre Schuld”, äußerte sich Emily Sticks Tante, Belinda Watson, gegenüber dem Newsportal. 

“Es gab jedoch auch einige, die lachten... als wäre es ein Witz.”

Emilys Mutter versteht laut Newsportal bis heute nicht, was ihre Tochter so schreckliches getan haben solle, dass ihre Peiniger sie solange mobbten, bis sie sich ihr eigenes Leben nahm. Weiter äußerte sich Scott:

“Alleine, dass meine Tochter die Gedanken hatte, sich im Alter von 13 Jahren umzubringen, ist erschreckend.”

 

Hinweis der Redaktion: Wenn du das Gefühl hast, dein Leben macht keinen Sinn mehr, wende dich bitte an die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.

Beim Jugendinformationszentrum München findest du zudem persönliche und telefonische Beratung für Kinder und Jugendliche. Telefonnummer: 089 550 521 50 (Sprechzeiten: Montag bis Freitag von 13 – 18 Uhr). Beratung für Eltern zum Thema Mobbing findest du unter 0800 111 0550 (Sprechzeiten: Mo. - Fr. 9.00 - 11.00 Uhr, Di und Do 17.00 - 19.00 Uhr).

(ks)