ELTERN
01/10/2018 13:18 CEST

Mutter muss zur Prüfung, doch Baby weint – so rührend hilft ihr ein Polizist

“Ich konnte es nicht ertragen, ein Baby vor meinen Augen weinen zu sehen."

  • Eine berufstätige Mutter aus Indien hat an einer Polizei-Rekrutierungs-Prüfung teilnehmen wollen, konnte sich jedoch keinen Babysitter leisten. 
  • Ein Polizeibeamter, der die Prüfung beaufsichtigen sollte, half der Mutter aus und kümmerte sich drei Stunden lang um ihr Baby. 

Berufstätige Mütter müssen oft viele Dinge gleichzeitig meistern: An einer Telefonkonferenz teilnehmen, während der Nachwuchs gefüttert werden will, in der Mittagspause schnell die Kinder von der Schule zur Nachmittagsbetreuung fahren oder sich mit einem schlechten Gewissen in die Arbeit schleppen, während das Kind krank bei der Oma liegt.

Auch eine Frau aus Indien musste die beiden Gegebenheiten – Mutter-Sein und Karrierewunsch – miteinander vereinen, als sie an einer Prüfung zur Polizeirekrutierung teilnehmen wollte. 

Denn die Mutter habe sich für das dreistündige Examen keinen Babysitter leisten können und daher ihren vier Monate alten Nachwuchs mitnehmen müssen. Das berichtete das indische Newsportal “The News Minute”.

Doch Familienangehörige seien bei der Prüfung nicht erlaubt – selbst vier Monate alte Babys nicht. Kurz nach Prüfungsbeginn half der Mutter jedoch ein Polizeibeamter mit einer selbstlosen Geste aus.

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Babys müssen draußen bleiben

Für den Polizeibeamten Mujeeb-ur-Rehman sei es eigentlich ein ganz normaler Tag gewesen, denn er würde regelmäßig an Prüfungstagen nach dem Rechten sehen, sagte der Polizist “The News Minute”. Doch er sei überrascht gewesen, denn er habe noch nie einen Prüfling mit seinem Nachwuchs kommen sehen. 

“Ich sehe oft Teilnehmer, die ihre Ehepartner oder Verwandten bis zur Prüfungshalle mitnehmen. Doch dieses mal kam eine Kandidatin mit ihrem vier Monate altem Baby und ihrer Schwägerin”, erzählte Rehman.

Er habe die Schwägerin, die nur 15 oder 16 Jahre alt gewesen sei, nicht reinlassen dürfen. Daher mussten sie und das Baby draußen warten. 

Einige Zeit ist das laut Newsportal auch gut gegangen, bis das Baby anfing, zu weinen. Die Schwägerin versuchte es zu beruhigen, doch nichts half. Und es lagen noch zwei weitere Stunden vor der Teenagerin, bis die Mutter die Prüfung beendet haben würde.

“Ich konnte das Baby nicht weinen sehen”

Als das Schreien immer lauter geworden sei, habe der Polizeibeamte es nicht mehr aushalten können, erklärte Rehman dem Newsportal.

Ich konnte es nicht ertragen, ein Baby vor meinen Augen weinen zu sehen. Also habe ich nicht mehr nachgedacht und den Knirps einfach in meine Arme genommen.” 

Eine halbe Stunde lang habe der Polizist das Kind gewiegt, bis es eingeschlafen war. 

“Es hat schon nach kurzer Zeit aufgehört zu weinen”, sagte Rehman weiter. “Er lag in meinem Schoß und ich versuchte, ihn zu beruhigen. Nachdem er tief und fest eingeschlafen war, gab ich das Baby dem kleinen Mädchen zurück – sie war sichtlich erleichtert.”

Kein Geld für einen Babysitter

Nachdem die Mutter ihre Prüfung beendet hatte, wollte Polizist Rehman wissen, warum sie ihr Baby überhaupt mitgebracht habe.

“Die Frau war erleichtert, als sie ihr schlafendes Kind in den Armen ihrer Schwägerin sah”, erzählte Rehman dem Nachrichtenportal. Sie sei eine Studentin im Aufbaustudium, komme jedoch aus einer armen Familie, sagte der Beamte weiter.

Die Mutter hat sich laut Nachrichtenseite extra beeilt, um die Prüfung schnell zu beenden und sich wieder um ihr Kind kümmern zu können. 

“Sie erzählte mir, dass niemand auf ihr Kind hätte aufpassen können und sie es deshalb zur Prüfung mitnehmen musste”, erklärte Rehman.

Den rührenden Moment, wie der Polizist das weinende Baby in seinen Armen wiegt, postete eine Mitarbeiterin der Polizeidienststelle des indischen Distrikts Moosapet auf Twitter. Knapp 14.000 User waren von dem Bild begeistert und über 3000 Menschen teilten den Post. 

(glm)