ELTERN
12/12/2018 15:12 CET | Aktualisiert 13/12/2018 10:27 CET

Baby stirbt an Herpes-Virus – jetzt warnt die Mutter davor, Babys zu küssen

“Ich will nicht, dass andere Eltern das miterleben müssen.”

Yobro10 via Getty Images
“Ich habe mir nicht mal in meinem schlimmsten Albtraum vorstellen können, dass ein Kuss mein Baby töten könnte."
  • Das Baby einer britischen Mutter ist an Herpes gestorben.
  • Das Neugeborene hatte sich wohl durch einen Kuss infiziert.

Wie wohl die meisten Eltern waren auch die 30-jährige Kelly Ineson und ihr Mann Thomas Cummins aus dem englischen Dewsbury überglücklich ihre Tochter Kiara endlich mit nach Hause nehmen zu können. Doch schon zehn Tage nach der Geburt musste das Baby wieder ins Krankenhaus. 

Es hatte stark an Gewicht verloren, wie die britische Boulevard-Zeitung “Daily Mail” schreibt. Erst nach vier Tagen entdeckten die Ärzte eine Infektion. Bis dahin hatten allerdings schon die Nieren des Kindes versagt. Es hatte eine Blutvergiftung bekommen und wurde in ein künstliches Koma versetzt.

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Nach zahlreichen Untersuchungen kam dann die Diagnose: Herpes-Virus. Den Eltern wurde gesagt, dass sie nichts mehr für ihre Tochter tun könnten. Ihre lebenserhaltenden Maßnahmen wurden eingestellt. 

Herpes ist für Erwachsene meist harmlos, für Babys nicht

Während Herpes für Erwachsene relativ harmlos ist, kann die Virus-Infektion für Babys tödlich sein. Insbesondere für Neugeborene und Babys unter sechs Monaten besteht größte Gefahr, wenn sie mit dem Virus in Kontakt geraten.

Dies geschieht in den häufigsten Fällen, wenn das Baby von jemandem geküsst wird, der Herpes-Bläschen hat oder von jemandem berührt wird, der zuvor einen Herpes berührt hat. 

“Die Ärzte sagten uns, dass Kiara sehr wahrscheinlich von jemandem infiziert wurde, der sie geküsst hat”, sagte Ineson der “Daily Mail”. Jetzt warnt sie davor, Babys zu küssen.

“Ich habe mir nicht mal in meinem schlimmsten Albtraum vorstellen können, dass ein Kuss mein Baby töten könnte und ich will nicht, dass andere Eltern das miterleben müssen.”

Der Kinderarzt Dr. Hermann Josef Kahl erklärt das Phänomen in der Pharmazeutischen Zeitung: “Bei Säuglingen ist in den ersten drei Lebensmonaten das Immun­system noch nicht ausreichend entwickelt. Dadurch kann die Infektion bei ihnen lebensgefährliche Komplikationen und bleibende Schäden verursachen.”

Zu wenig Informationen über Herpes

“Wir waren immer so vorsichtig und haben niemanden in ihre Nähe gelassen, der kränklich aussah oder sich die Hände nicht gewaschen hatte”, sagte die Mutter.

“Davor dachte ich wie die meisten, dass Herpes eine Geschlechtskrankheit ist. Aber eigentlich ist es ein Virus, von dem viele Menschen nicht wissen, dass sie ihn in sich tragen”, sagte Ineson.

“Es gibt nicht annähernd genügend Informationen über Herpes. Sogar Menschen in medizinischen Berufen müssen sich viel stärker darüber bewusst werden und über die Schäden, die es hervorrufen kann.”

Die Gefahr von Herpes bei Babys:

Laut dem ”Ärzteblatt” wird die Verbreitung von Neugeborenenherpes in den USA auf eine von zirka 5000 Geburten und in England auf eine von 30.000 Geburten geschätzt. Für Deutschland seien keine Zahlen bekannt.

Bei mit Herpes infizierten Babys gibt es laut der Online-Arztpraxis “DrEd” verschiedene Krankheitsverläufe, die tödlich verlaufen können. Deshalb sollten Babys niemals in Kontakt mit Herpes-infiziertem Material kommen und Menschen mit aktivem Herpes keinen Kontakt mit Neugeborenen haben, schreibt “DrEd”. Die Krankheit mache sich bei Babys durch Trinkschwäche und Lethargie bemerkbar.

Sollte bei der Mutter nach der Geburt Herpes ausbrechen, rät “DrEd” zur Einhaltung bestimmter Hygieneregeln wie wie dem Tragen eines Mundschutzes, häufigem Händewaschen, das Neugeborene nicht küssen sowie die Herpesbläschen nicht mit den Händen zu berühren.

Ein Baby, das Kontakt zu Herpes hatte, sollte im Krankenhaus überwacht und gegebenenfalls behandelt werden.

(ame)