ELTERN
29/03/2018 13:16 CEST | Aktualisiert 29/03/2018 13:18 CEST

Fremde sagt Mutter, sie soll ihr Kind schlagen – das ist ihre Botschaft

“Wissen Sie was? Scheiß auf das, Lady!”

hoozone via Getty Images
“Kinder dürfen in der Öffentlihckeit weinen, Kinder dürfen einen Trotzanfall in der Öffentlichkeit haben." (Symbolbild)
  • Eine Mutter war mit ihren beiden Kindern im Supermarkt beim Einkaufen, als ihr Sohn anfing zu weinen
  • Eine Frau hat ihr daraufhin geraten, das Kind mit Prügeln zu maßregeln – jetzt wendet sich die Mutter in einem Video an sie

Mary Katherine Backstrom steht an einer Kasse im Supermarkt. Ihre beiden Kinder haben Hunger, sind übermüdet, wollen nach Hause. Ein netter Mitarbeiter möchte ihnen eine Freude machen, schenkt den Kindern einen Ballon – dann bricht das Chaos aus. 

So beschreibt es Backstrom in einem emotionalen Video, das die zweifache Mutter auf Facebook veröffentlicht hat.

Doch ihr Video soll keine jammernde Mutter zeigen. Nein, Backstrom hat eine Nachricht an die Frau aus dem Supermarkt, die als Erziehungsmethode vorgeschlagen hatte, die Kinder zu schlagen.

“Du kannst den Trotzanfall schon eine Meile entfernt erkennen”

Backstrom habe bereits geahnt, dass ihre Kinder unruhig werden würden. Doch was habe sie machen sollen, denn schließlich habe es kein Essen mehr im Haus gegeben, erzählte sie in ihrem Post.

“Du kannst den Trotzanfall schon eine Meile entfernt kommen sehen”, sagte die junge Frau.

“Ab diesen Punkt bin ich nur noch strategisch vorgegangen. ’Okay wir überspringen den Gang mit gefrorenem Essen, wir gehen direkt zu den Bananen, dann gehen wir in Gang acht, dann bezahlen wir und verschwinden von hier.”

Doch leider verlief es nicht ganz so reibungslos, wie geplant.

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Als Backstrom bereits an der Kasse gewartet habe, sei ein “sehr lieber” Ladenmitarbeiter gekommen und habe den beiden Kindern, Benjamin und Holland, einen Ballon geschenkt.

“Segne ihn, aber das letzte, was meine Kinder zu diesem Zeitpunkt gebraucht haben, waren Luftballons – um die sie sich streiten können, die sie zum Platzen bringen können und dann völlig durchdrehen. Doch genau das haben sie bekommen”, sagte Backstrom weiter. 

Und als hätte es die Mutter geahnt, habe ihre Tochter den Luftballon nach nur zwei Sekunden losgelassen und er sei an die Decke geflogen. Dann habe ihr Sohn Benjamin angefangen zu weinen und zu schreien, weil er Mitleid mit seiner Schwester gehabt habe. 

“Ich sage es euch Leute, es wurde richtig schlimm”, schnaufte die Mutter.

“Ich würde ihn mit nach draußen nehmen und dann....”

Während Backstrom versuchte, sich um ihre beiden Kinder zu kümmern, den Einkauf zu erledigen und zu bezahlen, habe sie eine Dame neben sich an der Kasse reden gehört.

“Die Dame geht zu dem Mann, bei dem sie bezahlen sollte, und sagt zu ihm: ‘Ich sage Ihnen, was ich bei so einem Verhalten tun würde – Ich würde ihn [Benjamin] nach draußen nehmen und dann....’ und dann machte sie eine knallende Geste mit ihren Händen”, erzählte die zweifache Mutter.

Backstrom sei völlig schockiert gewesen. Dies sei der Rat gewesen, den die Dame hatte, während die zweifache Mutter ihre Kinder trösten wollte. 

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Im Supermarkt habe die Mutter nichts gesagt, doch nun habe sie an die Dame eine klare Nachricht:

“Ich bin 33 Jahre alt, mein Sohn ist vier. Wenn ich frustriert bin, weiß ich, wie ich mit diesen Gefühlen umgehen soll. Mein Sohn kann sich noch nicht beherrschen. Er war nicht mal ein egoistisches Kind, okay? Er hatte Mitleid mit seiner Schwester, die ihren Luftballon verloren hatte – warum würde ich das aus meinem Kind rausprügeln?”, erklärte Backstrom

► “Warum würde ich meinen Sohn für eine positive Charaktereigenschaft bestrafen?”

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Sie schlagen mir vor, meinem Sohn die Gefühle rauszuprügeln!

Natürlich habe sich Backstrom ungut gefühlt, natürlich sei es peinlich für sie gewesen, dass ihre Kinder geschrien hätten. Doch eines ihrer Kinder sei zwei Jahre alt und hatte Hunger, das andere sei vier Jahre alt und habe Mitleid gehabt, sagte die Mutter.

► Keiner dieser beiden Umstände würde eine Bestrafung verdienen

Mary Katherine Backstroms Kinder, Holland und Benjamin:

Sibling love. #siblinggoals #repthepack #wdw

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Dann richtete sich die Mutter direkt an die Dame aus dem Supermarkt: 

“Lass uns doch mal über etwas reden, was ‘giftige Männlichkeit’ heißt, okay? Denn, was Sie mir vorschlagen, wäre, meinen Sohn nach draußen zu nehmen und ihm die Emotionen rauszuprügeln.”

“Wollen Sie wissen, was bei der Hälfte der Männer auf dieser Welt schief läuft, die sich nicht ausdrücken können, denen es peinlich ist,  zu weinen? Das! Dass ich dich im Supermarkt verprügeln werde, weil du weinst. Das ist es, was schief läuft!”

►Und dann fügte Backstrom hinzu: “Wissen Sie was? Scheiß auf das, Lady!” 

Schämt euch nich dafür, dass eure Kinder Kinder sind!

Das Video der Mutter wurde bereits über 436.000 mal angeklickt. Zahlreiche Eltern unterstützten Backstroms Post mit zustimmenden Kommentaren und teilten mit der Backstrom ähnliche Erlebnisse.

In ihrem Video hatte die Mutter jedoch nicht nur eine Nachricht an die Dame aus dem Supermarkt, sondern auch an alle Kinder und Eltern:

“Kinder dürfen in der Öffentlihckeit weinen, Kinder dürfen einen Trotzanfall in der Öffentlihckeit haben. Sie sind Menschen, die gerade lernen, ihre Emotionen zu steuern.”

“Nehmt eure Kinder mit in die Öffentlichkeit und lasst sie Kinder sein. Schämt euch nicht, dass sie einfach nur Kinder sind.” 

(ks)