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19/04/2018 13:53 CEST | Aktualisiert 19/04/2018 13:53 CEST

Münchens braune Geschichte

Die ersten Monate dieses Jahres waren sehr ereignisreich in München - einer besonderen Stadt mit denkwürdigen historischen Charakter. Gerade in Hinblick auf die Zeit zwischen 1933 bis 1945 ist die bayerische Hauptstadt als der Geburtsort der NSDAP zu werten. Aber dieser Ort in Bayern ist auch Platz des Widerstandes gegen Adolf Hitler und echter Zivilcourage, die oftmals mit dem Leben bezahlt wurde, wie von den Geschwister Scholl.

Deshalb erinnert die Stadt München - 73 Jahre nach dem 2.Weltkrieg jedes Jahr mit verschiedenen Veranstaltungen an ihre “braune Vergangenheit” und an alle Taten die getan werden mussten, um weitere ähnliche Ereignisse in der Zukunft zu verhindern. Damit wird gezeigt, dass die deutsche Gesellschaft keinen Rassismus mehr duldet.

Aus diesem Grund fand vor einiger Zeit auch die Internationale Woche gegen Rassismus in München statt, die mit vielen Veranstaltungen und Events  vom 12. bis 26. März 2018 auch in ganz Deutschland unter dem Motto : “100% Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus” durchgeführt worden ist.

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus in Deutschland werden vom Interkulturellen Rat koordiniert und stellen ein klares Zeichen gegen Diskriminierung dar. Hintergrund dieser Aktionen ist, dass 1966 die UN-Generalvollversammlung den 21.März zu einem Gedenktag gegen Rassismus und rassistische Diskriminierung festgelegt hat.  Seitdem werden jährlich am und um diesen Tag herum weltweit verschiedene Veranstaltungen organisiert. Ein wichtiges Anliegen ist es, auf die gemeinsame Verantwortung hinzuweisen, das Ideal der Gleichwertigkeit und der unantastbaren Würde aller Menschen, wie es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert ist, zu schützen und zu fördern.

Verschiedene Veranstaltungen wurden innerhalb der Aktionswoche durchgeführt. Das Angebot reichte hier von Vorträgen, Lesungen und Podiumsdiskussionen über Theater- und Filmvorstellungen bis hin zu Auftritten im öffentlichen Raum.

Mit rund 80 Veranstaltungen allein in München sollten  unterschiedliche Gesichtspunkte von Rassismus gezeigt werden und gleichzeitig wollten die Organisatoren für mehr Toleranz sowie ein friedliches Miteinander werben.

Auch die YNCN Gruppe nahm ebenso an den Aktionen der Internationalen Woche gegen Rassismus teil und rief dazu auf, dass jedes Mitglied eines gesellschaftlichen Vereins, wie zum Beispiel eines deutschen Adelverbandes mindestens einmal im Leben einen Besuch zu einem ehemaligen Arbeits- und Vernichtungslager, außerhalb der deutschen Grenzen unternimmt, wie zum Beispiel dem KZ Auschwitz-Birkenau oder dem größten Vernichtungslager für Kinder in Lodz.  Dies soll dazu beitragen, dass die gegenwärtige deutsche Enkelgeneration die Verbrechen des Nationalsozialisten Regimes nachvollziehen kann und somit nicht mehr anfällig wird für die aktuellen rechtspopulistischen Ströme innerhalb Deutschlands, wie der Afd.

Natürlich ist es angeraten, dass selbst junge Menschen, deren Großväter nicht in dem Nazisystem aktiv waren, ebenso bestimmte Orte des Andenkens, wie die oben genannten  Konzentrationslager besuchen. Dazu gab es auch während der diesjährigen Internationalen Woche gegen Rassismus am Samstag, den 17. März, einen Themenrundgang in der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Auch in Zukunft werden viele Münchner ihrer Bürgerpflicht nachkommen und an Veranstaltungen gegen Rechts aktiv teilnehmen, denn nur durch das Engagement in dieser Thematik können wir der Gefahr des Rassismus, Antisemitismus und der Xenophonie entgegenwirken. Gleichgültigkeit und das Desinteresse darf nicht unsere Gesellschaft durchtränken und gerade jetzt ist die Jugend gefragt, die sich ehrenamtlich in ihrer Stadt engagiert, damit die Fehler der Vergangenheit nie wieder in Deutschland wiederholt werden. Deswegen zeigt gerade München mit seiner braunen  Vergangenheit, wie man gegen die neu aufkommende Rechte Bewegung ankämpft. Und das Jahr für Jahr.