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25/10/2018 22:14 CEST | Aktualisiert 26/10/2018 12:52 CEST

Ebay: 15-Jähriger bietet Freund zum Kauf an – am Ende kommt die Polizei

Beamte einer Einheit, die Menschenhandel untersucht, ermittelten.

  • Ein Teenager in München hat sich einen üblen Scherz erlaubt: Er bot einen Mitschüler auf Ebay zum Verkauf an. 
  • Die Polizei schaltete sich ein – und deckte den ernsten Hintergrund der Anzeige auf, wie ihr im Video oben seht.  

“14-jähriger Junge zu verkaufen.” So lautete die Ebay-Anzeige eines 15-Jährigen aus München, die ihm eine Menge Ärger einbrachte. 

Denn was wie ein Scherz klang, hatte einen ernsten Hintergrund: Die Anzeige beim Online-Aktionshaus Ebay war offenbar der Höhepunkt einer Reihe von Hänseleien. Der 15-jährige Junge mobbte einen 14-jährigen Mitschüler. 

Die Ebay-Anzeige für sein Opfer versah der Junge mit einem Foto.

Dazu schrieb er, es handele sich um einen Fehlkauf”, das “Exemplar komme leider aus China”, es sei absolut “minderwertig” und würde “wirklich derbe stinken”, wie die Polizei nun über den Fall berichtet. Die Verhandlungsbasis war laut der Münchner “Abendzeitung”: 100.000 Euro. 

Eine Frau wurde bereits im Mai auf die Anzeige aufmerksam und schaltete die Polizei ein.

Beamte untersuchen die Wohnung des Ebay-Verkäufers 

Beamte der Einheit “K 35”, die für Menschenhandel und Prostitution zuständig ist, durchsuchten schließlich die Wohnung der Eltern des Jungen. Denn es war nicht ersichtlich, ob es sich um einen Scherz handelte – oder doch um ein Verbrechen. 

► Sie beschlagnahmten eine sogenannte “Soft-Nunchaku”, eine hölzerne Waffe, und das Smartphone der Jungen.

Laut der Polizei habe der beteuert, es habe sich lediglich um einen “Spaß aus Langeweile” gehandelt. Wegen des Besitzes der “Soft-Nunchaku”, wegen Verleumdung und Beleidigung sieht er nun einer Anzeige entgegen. 

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Der traurige Hintergrund der Ebay-Anzeige

Die Münchner “Abendzeitung” berichtet, dass der 15-Jährige mit dem 14-Jährigen befreundet sei. Beide würden in dieselbe Schule gehen und in derselben Straße wohnen. Schon vor der Anzeige habe der 15-Jährige seinen Mitschüler gehänselt und schikaniert

Erst die Ebay-Anzeige und die folgenden Polizeiermittlungen setzten dem nun ein Ende. 

(jg)