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25/05/2018 17:51 CEST

Münchner postet Foto von Primark auf Facebook und löst hitzige Debatte aus

“Habt ihr ein schlechtes Gewissen oder sagt ihr: Es ist mir egal?”

  • Ein Mann aus München hat ein Foto mit einigen Einkaufstüten von Primark auf Facebook gepostet.
  • Damit löste er eine Diskussion um Billiglöhne und Konsumverhalten aus.

Am 17. Mai hat Primark eine neue Filiale in München-Neuperlach eröffnet. Die Facebook-Gruppe “Das schwarze Brett – München” ist jetzt Schauplatz einer Diskussion darüber geworden.

Ein Nutzer hatte ein Bild von Einkaufstaschen des Mode-Discounters in die Gruppe gepostet und wollte wissen, was die anderen Gruppenmitglieder von Primark, Billiglöhnen, der Ausbeutung von Arbeitern und der daraus resultierende Umweltverschmutzung denken.

Er schreibt:

“Der neue Primark in Neuperlach hat aufgemacht und ich sehe täglich Menschen mit vollen Tüten aus dem Laden kommen. Habt ihr ein schlechtes Gewissen oder sagt ihr: Es ist mir egal?”

Die Diskussion in der Gruppe entfacht

► Viele Nutzer fingen an, über das heutige Konsumverhalten zu diskutieren und argumentierten damit, dass Primark nicht die einzige Modekette sei, die unter schlechten Arbeitsbedingungen produzieren würde. 

“Ich hab grade mal gecheckt, was ich so trage: Polo Ralph Lauren Oberteil Made in China, Salewa Jacke Made in Äthiopien, Nike Schuhe Made in Vietnam. Wo ist jetzt der Unterschied?”, fragt zum Beispiel ein Gruppenmitglied.

Einige attackieren den Fragesteller an und bezeichnen ihn als Heuchler mit Doppelmoral. Sie stellen die Frage an ihn und wollen wissen, wo er selbst seine Klamotten kauft. Ein Nutzer ist sich sicher: “Wahrscheinlich gefertigt neben den Primark-Schuhen für 10 Euro.“ 

Viele verteidigen sich, aber die Kritik überwiegt

► Viele verteidigen sich aber auch für den Kauf von Billigware.

“Würden wir mehr verdienen oder weniger Miete zahlen, müssten wir auf sowas nicht zurück greifen...”, schreibt ein Mitglied der Facebook-Gruppe.

► Einige reden ihren Billig-Konsum dennoch nicht schön.

Da kommt das Zeug aus China (oder woher auch immer), da weiß ich wenigstens, dass ich für wenig Geld wenig Qualität bekomme“, schreibt eine Nutzerin. 

Insgesamt überwiegen die kritischen Stimmen jedoch. Einer der Gruppenmitglieder fasst treffend zusammen:

“Nur weils andere Marken genau so machen muss man halt echt nicht gut finden das dieser Schuppen die Ware zu einem absoluten Ramsch Preis rauswirft. Da bleibt entsprechend deutlich weniger bei denn Arbeiter*innen hängen. Aber der minderwertige Ramsch hat offensichtlich eine fanatische Fan Gemeinde.”

Es gibt Alternativen

Viele Gruppenmitglieder geben Ratschläge, wie man den Kauf der Billigmode vermeiden kann. Sie verweisen auf Fairtrade-Kleidung, Secon-Hand-Läden und auf Marken, wie Trigema, die in Deutschland produzieren.

(ujo)