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26/02/2018 14:09 CET | Aktualisiert 26/02/2018 18:00 CET

Dieser Münchner Leichenwagen dient einem ganz unkonventionellen Zweck

"Todsichere Werbung."

  • Im Münchner Stadtteil Ramersdorf parkt ein außergewöhnlicher Bestattungswagen
  • Der wird sogar von Bräuten für den schönsten Tag in ihrem Leben gemietet 
  • Im Video oben: In Deutschland sind diese Anhänger verboten, weil sie einen schaurigen Inhalt haben

Er ist zweifelsohne ein Eye-Catcher: der Leichenwagen, der im Münchner Stadtteil Ramersdorf an einer vielbefahrenen Straße steht. Aber nicht, weil dort Tote drin liegen, die zu ihrer Beerdigung gefahren werden.

Der Leichenwagen erregt deshalb Aufsehen, weil dieser Slogan an ihm prangt: “Todsichere Werbung”.

Das dürfte nicht jeder Münchner witzig finden. 

Die HuffPost hat den Besitzer des Wagens kontaktiert und sich erzählen lassen, was es mit der unkonventionellen Werbefläche auf sich hat. Michael Perkmann hatte eigentlich gar nicht geplant, sich einen Leichenwagen zu kaufen. Der Mediengestalter hatte die Website für ein Bestattungsunternehmen designed. Der Auftraggeber stellte die Frage: “Kann ich auch anders bezahlen?” 

Konnte er. Mit einem Leichenwagen, der nicht mehr in Gebrauch war. Perkmann ließ sich auf den Homepage-Wagen-Tausch ein und war von da an Besitzer des Mercedes W124. Seitdem vermietet er Werbeflächen auf dem geparkten Fahrzeug. 

Michael Perkmann
Insgesamt können Interessenten drei Werbeflächen auf dem Fahrzeug mieten. 

 Aber nicht nur das!

►  Er vermietet das Auto auch für spezielle Events: Von Foto-Shooting über Junggesellenabschied bis hin zu Hochzeiten.

Auch Clubs mieten das außergewöhnliche Auto. 

Tatsächlich mieten Bräute das Fahrzeug

Schwer vorstellbar, dass sich eine Braut in einem Leichenwagen zur Kirche fahren lässt. Doch auch das ist laut Perkmann schon vorgekommen. “Einmal haben wir eine Braut vorgefahren. Ihre Schwiegermutter wusste nur, dass sie in einem Mercedes kommen wird. Mit einem Leichenwagen hat sie natürlich nicht gerechnet”, erzählt Perkmann.

Die gewünschte Reaktion scheint eingetreten zu sein – auch wenn Perkmann nicht genau erläutert, wie die Schwiegermutter sich verhielt. 

►  Eine Mutter hatte den Wagen sogar für den Geburtstag ihrer Tochter gemietet. Die durfte dann Fotos in dem Schneewittchensarg machen, der im Mercedes liegt. Insgesamt haben zwei Särge hinten Platz: einer aus Plexiglas und einer aus Holz. 

Das Geschäft scheint zu laufen. “Ich überlege sogar, mir einen zweiten Leichenwagen zu kaufen”, sagt Perkmann der HuffPost.

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