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29/08/2018 12:08 CEST | Aktualisiert 29/08/2018 18:15 CEST

Bluttat in Chemnitz: Zeugin behauptet, dass Streit um Zigaretten Auslöser war

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Im Video oben: Erschreckendes Video zeigt hautnah, wie der rechte Mob agierte.

► Die Tötung von Daniel H. ist in Chemnitz zu einem Politikum geworden. Rechte und Rechtsextreme verbreiten im Internet viele Gerüchte über die Tat. 

► Laut einem von diesen soll eine ukrainische Frau vor dem Messerangriff belästigt worden sein. Doch die Zeugin berichtet der “Freien Presse” von einem ganz anderen Tathergang. 

► Zwar habe sie die Polizei angerufen, sagte die Frau der Zeitung. Doch sie sei nicht begrapscht worden. Vielmehr sei ein Streit zwischen ihrer Gruppe und den Tätern eskaliert – ein Streit um Zigaretten.

► Ingrid Burghart, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz, bestätigt der “Freien Presse”, dass es keinen sexuellen Hintergrund für die Tat gegeben habe. “Ob aber Zigaretten eine Rolle gespielt haben oder eine EC-Karte”, sei noch zu klären.

Warum die Aussage der Zeugin zur Tat in Chemnitz wichtig ist: 

Unter den Rechten, die in Chemnitz zu einem Aufmarsch mobilisierten, der in Gewalt und Hetzjagden gipfelte, geht hartnäckig das Gerücht um, dass die nun verhafteten verdächtigten Täter vor dem Mord an Daniel H. Frauen belästigt hätten. 

H. wird als Held dargestellt, der für seine Zivilcourage sterben musste. Die Polizei hatte am Dienstag mitgeteilt, dass es keine Anzeichen dafür gäbe, dass Belästigungen der Grund für den tödlichen Streit waren. 

Diese Version wird nun durch die Frau, die sich an die “Freie Presse” gewandt hat, gestützt. 

Was wir über die Bluttat in Chemnitz wissen: 

Daniel H. wurde am Sonntag in der Chemnitzer Innenstadt um 3.30 Uhr durch mehrere Messerstiche getötet. 

Ein Iraker und ein Syrer, beide Anfang 20, sitzen als Verdächtige in Untersuchungshaft. Der Vorwurf gegen sie ist gemeinschaftlicher Totschlag.  

Das Motiv der Tat ist noch unklar. Die Polizei hat dazu bisher keine Angaben gemacht. 

(ame)