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09/06/2018 19:43 CEST | Aktualisiert 09/06/2018 19:44 CEST

Mord an Susanna aus Wiesbaden: Das sagt die Mutter des mutmaßlichen Mörders

Grund für die Abreise der Familie soll die Krankheit des Vaters gewesen sein.

  • Die Mutter des mutmaßlichen Mörders von Susanna hat sich nun geäußert.
  • Die überhastete Abreise der Familie soll nichts mit dem Vorwürfen gegen ihren Sohn zu tun haben.
  • Eine Zusammenfassung des Interviews mit Kalida M. sehr ihr im Video oben.

Kalida M. ist die Mutter von Ali B., der die 14-jährige Susanna aus Wiesbaden vergewaltigt und ermordet haben soll. Die Frau hat mit dem Auslandssender Deutsche Welle gesprochen.

Ein Reporter des Senders erreichte die Kalida M. am Freitag und Samstag im kurdischen Nordirak, wohin die achtköpfige Familie am Donnerstag vergangener Woche ausgereist war. Die Familie will demnach von den Vorwürfen gegen den Sohn erst im Irak erfahren haben.

Er soll das Mädchen in der Nacht von den 22. auf den 23. Mai getötet haben. Ihre Leiche wurde nahe der Flüchtlingsunterkunft gefunden, in der die irakische Familie untergebracht war. Die Familie war schon im Hebst 2015 nach Deutschland gekommen und sollte abgeschoben werden.

Mutter: Sohn kann sich angeblich an Tat nicht erinnern

Kalida M. gab an, ihr Sohn habe ihr gesagt, er könne sich an die Tat nicht erinnern, weil er betrunken gewesen sei.

Nach Angaben der kurdischen Polizei hat der 20-Jährige allerdings ein Geständnis abgelegt. Dem kurdischen TV-Sender Rudaw sagte ein Polizeioffizier, der Verdächtige und sein Opfer hätten vor der Tat viel Alkohol getrunken und Tabletten geschluckt. Zwischen den beiden sei es zum Streit gekommen. Das Mädchen habe gedroht, die Polizei anzurufen, was Ali B. nach eigener Aussage zu der Tat getrieben habe – er habe das Mädchen stranguliert.

Die Mutter sagte der Deutschen Welle, all das sei schwer zu glauben, “das kann doch alles nicht wahr sein”.

Grund für die Abreise ist laut Mutter der kranke Vater

Kalida M. zufolge hat die Familie Deutschland nicht plötzlich verlassen, um den Sohn vor Strafverfolgung zu schützen, sondern damit der schwer kranke Vater in der Heimat sterben könne.

Ali B. wird am Samstagabend in Frankfurt erwartet. Der Deutschen Welle sagte die Mutter noch, sie wisse nichts von einer Auslieferung.

“Ich will nicht, dass mein Sohn in einem fremden Land bestraft wird. Wenn er wirklich schuldig ist, dann soll er hier in seinem eigenen Land bestraft werden.”

Mit Material von dpa