LIFE
24/07/2018 16:39 CEST | Aktualisiert 29/08/2018 11:24 CEST

"Momo“: Gruseliger WhatsApp-Kontakt erschreckt Tausende Deutsche

Auch die spanische Polizei warnt bereits vor dem Internet-Phänomen.

  • Der WhatsApp-Kontakt “Momo” treibt seit einigen Wochen sein Unwesen in dem Messenger-Dienst.
  • Er soll gruselige Nachrichten verschicken und Menschen weltweit verängstigt haben, wie auch oben im Video zu sehen ist.

Ein neuer WhatsApp-Kontakt erscheint plötzlich im Handy. Das Profilbild: ein komisch verzerrtes Gesicht. Der Name: Momo. Der erste Eindruck: gruselig.

Seit einigen Wochen schaudert es so gut wie jeden, der schon mit Momo in Kontakt gekommen ist. Wer er genau ist? Die Internetgemeinde rätselt. 

Die Rede ist von einem ominösen WhatsApp-Kontakt, der angeblich wahllos Menschen anschrieb und dabei gruselige Nachrichten verschickte. Berichten zufolge soll er Bilder von Mördern versendet und beschrieben haben, dass er selbst gestorben sei – also offenbar ein Kontakt aus dem Jenseits.

So stellt sich Momo vor: Augen, die aus den Höhlen hervortreten, ein gruseliges Grinsen mit Mundwinkeln, die bis zu den Wangenknochen reichen. Ein Bild, das Menschen offenbar erschaudern lässt.

Screenshot / WhatsApp
So sieht Momo aus. 

Den Kontakt gibt es wirklich

Gruselig, oder? Momo wird mittlerweile zu einem Internet-Hit. Tausende sehen offenbar die Möglichkeit für eine Mutprobe.

Im Netz hat sich herumgesprochen, dass WhatsApp-Nutzer dem rätselhaften Kontakt hinter Momo besonders nachts Nachrichten schreiben sollen. Erst dann soll der “Kick” kommen und Tausende haben das bereits getan.

In einigen YouTube-Videos ist zu sehen, dass Momo antwortet, den Usern Sprachnachrichten sendet oder sie sogar anruft. Viel passiert ist danach aber nicht.

Außer einem Rascheln und Zischen höre man nichts, heißt es. In den Nachrichten schreibt Momo immer wieder: “Ich bin gestorben” oder “Ich habe alle deine Daten”.

Die eine Nummer, die dabei immer wieder im Netz auftaucht, kommt aus Japan und mittlerweile kann sie jeder hinzufügen – und das taten offenbar viele.

Screenshot / WhatsApp
Der Kontakt: Momo.

Wer steckt dahinter? 

Das dazugehörige Bild verschreckt im ersten Moment, jedoch steckt dahinter natürlich keine reale Person.

Es zeigt den Kopf einer Skulptur, die von der Firma “Link Factory” in Japan hergestellt und 2016 in einer Kunstgalerie in Tokio ausgestellt wurde.

Nachdem Momo erst in Spanien auftauchte, verbreitet sich das Phänomen jetzt auch in Deutschland. Einige Jugendliche haben sich auch schon an die Mutprobe gewagt und die Ergebnisse ins Netz gestellt. 

In einem Video scheint der Kontakt einem Mädchen zurückzuschreiben. Die schaurige Nachricht: “Ich kann dich finden.” Dann ruft Momo sie offenbar auch noch an. Im Hintergrund sind dabei knackende Geräusche zu hören. 

Nur ein Fake? 

Bei WhatsApp ist zu sehen, dass Momo zum letzten Mal am 11. Juli 2018 online war. Entweder haben bereits so viele Menschen die Nummer kontaktiert, dass Momo einfach überfordert ist, oder die Nummer wurde gesperrt.

Denn wenn die Behauptungen stimmen und Momo Mord-Fotos und Drohungen verschickt hat, kann es sein, dass einige Nutzer ihn gemeldet haben könnten, sodass er vielleicht gesperrt wurde. 

YouTube-Videos, die nach dem 11. Juli online gegangen sind, beweisen aber, dass Momo noch immer aktiv ist.

Aktuell zum Thema WhatsApp:WhatsApp führt neue Änderung ein – sie hat Auswirkungen auf eure Fotos 

Angriffe von Kriminellen?

Klar ist jedoch eins: Natürlich ist es kein Kontakt aus dem Jenseits. Viel wahrscheinlicher ist, dass sich jemanden einen morbiden Spaß erlaubt hat. 

Bedenken gibt es aber seitens der spanischen Polizei. Diese warnte Internet-Nutzer auf Twitter vor dem Momo-Phänomen. Dahinter könnten Cyber-Kriminelle stecken, die auf die Daten der WhatsApp-Nutzer zugreifen wollen

Außerdem könnte es andere Verbrecher zum Nachahmen animieren.

Auf eine Nachricht aus der HuffPost-Redaktion hat Momo seit Stunden allerdings nicht geantwortet. Vielleicht beginnt gegen Mitternacht der ganze Spuk – denn da ist ja bekanntlich Geisterstunde.

(kiru)