ELTERN
13/05/2018 15:54 CEST | Aktualisiert 14/05/2018 17:25 CEST

Diese 11 Geschichten von Müttern zeigen, dass Frauen nie gewinnen können

"Die Schamgefühle trieben mich an den Rande des Selbstmords."

Vesnaandjic via Getty Images
Mütter stillen entweder zu lange oder zu kurz, sie benutzen immer die falschen Windeln oder bekommen Vorwürfe zu hören, weil sie nur ein Kind und nicht mehrere haben.
  • Ständig bekommen Mütter zu hören, was sie alles falsch machen.
  • Aus hunderten Zuschriften haben wir die 11 schrecklichsten Mom-Shaming-Geschichten ausgesucht.

Mütter können kaum etwas richtig machen – egal in welchem Bereich, irgendjemand kritisiert sie dafür, dass sie zu lange oder zu kurz stillen, dass sie Stoffwindeln benutzen oder dass sie ihr Kind einen Schnuller geben. Zumindest fühlt sich das für uns so an. 

Aber stimmt das auch wirklich? Werden Mütter ständig für alles kritisiert?

Die HuffPost US hat sich an die Leser gewandt. Wir haben sie nach ihren Erfahrungen mit Mom-Shaming gefragt – und hunderte Geschichten von Müttern bekommen, die das in ihrem Leben erfahren haben.

Was wir dabei erfahren haben, ist keine Überraschung – in jedem Bereich des elterlichen Lebens werden Frauen kritisiert.

Hier lest ihr die schlimmsten Stories, die unsere Leserinnen erzählt haben.

1. “Was ist mit Fremden und ihrer Fixierung auf die Essgewohnheiten deines Kindes?”

“Ich war mit meinem Einjährigen und meiner Mutter in einem Restaurant und eine ältere Kellnerin kam, um unsere Bestellung aufzunehmen. Wir gaben unsere Bestellung auf, die allerdings kein Essen für meinen Sohn enthielt.

Sie warf uns einen finsteren Blick zu und fragte, ob wir ihm nicht ein bisschen Apfelmus, Saft oder Wasser bestellen wollten. Wir sagten: ‘Nein, danke’.

Sie runzelte die Stirn und sagte: ‘Ich wette, er würde auch gern was essen’.

Ich wandte mich ihr zu und sagte scharf: ’Er wird mit einer Magensonde ernährt und darf nichts essen oder trinken, aber danke für Ihre Aufdringlichkeit!′

Ich verstehe, dass sie nichts über seine medizinischen Probleme weiß, aber sie war einfach nicht in der Position, ihre Meinung darüber zu sagen, was ich meinem Kind füttere oder nicht.” ― Rachel Engel

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2. “Ich kann nicht glauben, dass Sie Ihre Kinder wie Hunde an der Leine führen!”

“Ich bin Single-Mutter von Zwillingen. Als die beiden zwei und drei Jahre alt waren, hatten sie diese Rucksack-Leinen an, wenn wir an der Kasse anstanden, um zu bezahlen.

Die Dame hinter mir sagte mir einmal: ’Ich kann nicht glauben, dass Sie Ihre Kinder wie Hunde an der Leine führen!′ Ich drehte mich um, um sie anzusehen und entgegnete im gleichen abfälligen Tonfall:

► ′Ich kann nicht glauben, dass sie mich hier vor allen Leuten verurteilen!’” –Traci Roberts

3. “Mein Kind nicht zu stillen war ein Riesenthema für mich”

“Mein Baby nicht zu stillen, war ein Riesenthema für mich. Familie, Freunde, Krankenschwestern und sogar meine eigene Mutter prangerten mich dafür so sehr an, dass ich glaubte, ich schade meinem Kind damit irgendwie.

Jeder hatte eine Meinung dazu. Dass sie krank würde, dass sie dadurch schlechter in der Schule zurecht kommt als andere Kinder, dass sie Millionen Allergien bekommen würde oder ich niemals eine Beziehung zu ihr aufbauen würde wodurch sie wiederum Persönlichkeitsstörungen entwickeln würde (was zur Hölle, oder?!?)” – Kristina Nadeau

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4. “Meine erste echte Erfahrung mit Mom-Shaming hatte ich im Krankenhaus, etwa zwölf Stunden nach der Geburt meines Sohnes”

“Meine erste echte Erfahrung mit Mom-Shaming hatte ich im Krankenhaus, etwa zwölf Stunden nach der Geburt meines ersten Sohnes.

Die Schwestern versuchten, mir mein Baby zum Stillen anzulegen, als die Ärzte noch meinen Dammschnitt nähten. Sogar dann noch, als ich nach mehr Medikamenten und Betäubungsmitteln immer noch weinte, weil ich alles fühlte.

Mein Kind ließ sich sofort stillen, aber er war nur glücklich, wenn er an mir hing. Ich rief eine Schwester, als ich kurz davor war, zusammenzubrechen und sie fragte, wie lang er denn schon saugt.

► Ich antwortete… ohne Unterbrechung sechs Stunden.

Ich fragte nach einem Schnuller und wurde ausgeschimpft. Die Schwester sagte meinem Mann auch, er solle keinen kaufen, weil es das Baby verwirre obwohl er offensichtlich ein Profi war.

Ich fragte, ob ich ihn nicht an meinem Finger saugen lassen könne und mir wurde gesagt, dass es ihn nicht nur verwirren würde, sondern auch meine Milchbildung verlangsamen würde.

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Zwei Tage lang konnte ich nicht schlafen. Ich konnte meinen Sohn einfach nicht ablegen. Ich ging oben ohne, weil er IMMER angelegt war und die Seite an der er nicht hing, tat zu sehr weh, als dass ich damit irgendwas berühren konnte. Meine Brustwarzen brachen auf und bluteten.

Am letzten Tag brach ich zusammen und verlangte Muttermilchersatz, ich wurde wieder geschimpft und gezwungen, einen Stapel Papierkram zu unterschreiben, der besagte, dass ich darüber in Kenntnis gesetzt wurde, was für eine schreckliche Entscheidung das war.

► Mein Sohn trank den Muttermilchersatz, erbrach ihn und wir mussten wieder stillen.

Ich fühlte mich wie eine schrecklicher Mensch. Die Hormone und Schamgefühle trieben mich an den Rand des Selbstmords. Ich ärgerte mich über meinen Sohn. Er tat mir weh und die Schwestern und Ärzte taten so, als sei ich das Problem.

Ich sagte meinem Mann, dass das alles ein Fehler war und ich keine Mutter sein könne. Ich sagte meinem Mann, dass er sich über Adoption informieren soll, weil ich ungeeignet war und Probleme hatte, mich an mein Neugeborenes zu binden.

► Ich war ein Wrack.

Auf dem Heimweg vom Krankenhaus hielten wir an und ich kaufte einen von jeder Art Schnuller, die es in dem Geschäft gab. Mein Kind nahm den ersten an und ich schlief endlich. Meine (körperlichen) Wunden heilten und mein Kind ließ sich ohne Probleme und Störungen stillen. 

Als er drei Monate alt war, wollte er den Schnuller nicht mehr – und auch danach hat er ihn nie wieder gewollt. Jetzt ist mein Sohn vier und ich habe eine zwei Jahre alte Tochter. Die Erinnerung an die Behandlung im Krankenhaus habe ich aber nie vergessen. Es war zu gruselig.” – Helen Owen

5. “Ich habe ihr gesagt, ich habe einen Termin für einen Kaiserschnitt.”

“Ich erwartete mein zweites Kind und eine andere Mutter fragte, wann mein Geburtstermin sei. Ich sagte ihr, dass ich einen Termin für einen Kaiserschnitt habe.

Sie warf mir einen abschätzigen Blick zu und sagte: ‘Im Ernst?’ Damals fühlte ich den Drang, ihr zu sagen, dass es aus medizinischen Gründen war (jetzt wäre es mir egal) und ihre Antwort war:

► ′Oh, naja dann ist es in Ordnung’. Als ob sie glaubte, dass es nur dann zulässig ist.

Wie auch immer, Mädel.” – Shannon Holt

6.  “Ist ihr Vater da?”

“Ich werde als Single-Mutter meiner Tochter ziemlich oft angeprangert. Ich werde immer gefragt: ‘Ist ihr Vater da?’, ‘Wer passt auf sie auf, während du arbeitest?’ ‘Bezahlt er Unterhalt?’ Und Leute glauben generell, dass ich nicht in der Lage bin, mich allein um meine Tochter zu kümmern.” – Ashley Swan

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7. “Willst du ihr denn kein Geschwisterchen schenken?”

“Ich werde häufig gefragt, warum ich nur ein Kind habe: ‘Bekommt sie denn kein Geschwisterchen?’ ‘Was ist, wenn sie krank wird?’ ‘Wer wird sich um dich kümmern, wenn du alt bist?’ und so weiter Geht dich nix an!” – Sara Helterman Shaddix

8. “Es war so gemein und sollte so weh tun”

“Die Tante meiner Nichte (andere Seite der Familie) fragte mich, als sie mir vorgestellt wurde, was ich mache. Zu der Zeit war ich Hausfrau mit einem Zwei- und einem 14-Jährigen.

Ihre Antwort: ’Das passt schon, wenn es dir nichts ausmacht, dass deine Familie deinetwegen auf viel verzichten muss.′  Sie hatte keine Ahnung, wo oder womit mein Mann seinen Lebensunterhalt verdiente und ob irgendwer Verzicht üben musste oder nicht.

► Es war so gemein und sollte mich einfach nur verletzen.” – Katrina Grote

 9. “Ein Mann brüllte mich an, dass ich eine schreckliche Mutter sei”

“Ich lief mit meinem Kind von der Kita nach Hause, sie war da gerade drei. Sie stolperte über ein Stück Schnee, fiel hin und begann zu weinen. Ein Mann brüllte mich an, dass ich eine schreckliche Mutter sei und er froh sei, nicht mein Kind zu sein.

Ich hatte so Angst, dass ich danach immer einen anderen Heimweg nahm, nur um diese Stelle zu vermeiden. Es war schon schwer rauszugehen, weil man diese Ecke von der Veranda aus sehen konnte. Total furchteinflössend!” – Ailim Hazel

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10. “Der Mangel an Unterstützung für Mütter hier in den Vereinigten Staaten ist abstoßend”

“Bei der Geburt wäre ich fast gestroben. Anschließend war mein Genesungsprozess sehr lang. Und nur einen Monat nach diesem schrecklichen Erlebnis beschwerten sich mehrere Menschen, Amerikaner, die über meine Geburtsgeschichte genau Bescheid wussten, dass ich noch nicht wieder zur Arbeit gekommen war.

► Vier Wochen nach der Geburt!

Ich komme eigentlich aus Kanada und der völlige Mangel an Unterstützung für Mütter hier in den Vereinigten Staaten ist abstoßend!

Die Erwartungen an uns, und das ohne angemessene Unterstützung, sind … mir fehlen die Worte… geisteskrank?

Ein Grund, warum wir als Gesellschaft versagen?” – Autumn Arundel

11. “Ich bin erstaunt, was andere Mütter so sagen”

“Als Mutter von drei Kinder, die als sie klein waren, zum Logopäden mussten, war ich erstaunt, wie viele Leute mich fragten, ob ich auch genug mit meinen Kindern redete.

Das alles ging so weit, dass ich angefangen habe, zu sagen: “Was, man muss mit denen reden?”

Viele Menschen prangerten das auch an, nachdem wir herausgefunden hatten, dass unsere Tochter einen Hirnschaden hat. Sie fragten, was ich getan hätte, um das zu ‘verursachen’.

Oder wer in meiner Familie Probleme hatte. Oder ob ich keine Fruchtwasseruntersuchung hätte machen lassen. Es hat mich erstaunt, was die Menschen, andere Mütter, gesagt haben.” – Kathy Radigan

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Dieser Text erschein zuerst auf Huffpost US und wurde von Moritz Diethelm ins Deutsche übersetzt. 

(ks)