ELTERN
13/03/2018 17:03 CET | Aktualisiert 13/03/2018 17:55 CET

Das Bild dieses Jungen zeigt, welche Auswirkungen Mobbing haben kann

Obwohl Andy monatelang gemobbt wurde, hat seine Schule nichts dagegen unternommen.

  • Weil er gemobbt wurde, nahm sich der 12-jährige Andy das Leben
  • Nun veröffentlicht seine Mutter Aufnahmen von seinem Leichnam im Sarg – um andere Eltern und Kinder zu warnen

“Andy war ein lustiger Junge”, sagt seine Mutter Cheryl Hudson. “Er war offen und hatte ein gutes Herz”. Doch die letzten Monate seien sehr hart für ihn gewesen: Andy wurde in der Schule gemobbt.

Am 7. März beschloß der Zwölfjährige seinem Leben ein Ende zu bereiten. Er erhängte sich in der Garage seines Vaters im US-Bundesstaat Mississippi.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel enthält Bildmaterial, das manche Leser als verstörend empfinden könnten.

Die Schule sah tatenlos zu, wie Andy gemobbt wurde 

Andy besuchte die sechste Klasse der Southaven Middle School.

Wie seine Mutter dem Magazin “Metro” berichtet, habe die Schule ein erhebliches Problem mit Mobbing. “Wir haben uns mehrmals an die Schule gewandt, weil Andy gehänselt und bedroht wurde.” Einige Schüler hätten ihm sogar Gewalt angedroht.

Trotzdem habe die Schule nichts unternommen, klagt Cheryl Hudson gegenüber “Metro”.

Der Tod ihres Sohnes hat Hudson das Herz gebrochen. “Er war mein Ein und Alles”, sagt die Amerikanerin. 

Auf Facebook teilte die trauernde Mutter Bilder ihres verstorbenen Sohnes. Eines ist besonders schmerzlich anzusehen: Es zeigt Andy, wie er in seinem Sarg aufgebahrt ist. Er trägt eine Schirmmütze, vor seinem Sarg ist ein Foto zu sehen auf dem sein Vater ihn fest im Arm hält. 

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Cheryl Hudson hofft, dass Andys Schicksal anderen Kindern vor Augen führt, welche furchtbaren Konsequenzen Mobbing haben kann. Und sie ihr Verhalten dadurch vielleicht überdenken.  

 “Andy soll nicht umsonst gestorben sein” 

Um die Beerdigung bezahlen zu können, startete Andys Familie eine “Go-Fund-Me”-Kampagne. Neben finanzieller Unterstützung bittet Cheryl Hudson darin vor allem um eines: “Gebt euren Kindern einen Kuss und nehmt sie fest in den Arm.”

Mehr zum Thema: Junge wird von Mitschülern immer wieder gemobbt – seine Reaktion bewegt Millionen

Sie und Andys Vater wollen sich künftig noch mehr gegen Mobbing einsetzen. “Wir werden nicht zulassen, dass sein Name in Vergessenheit gerät. Sein Tod soll nicht umsonst gewesen sein”, sagt Hudson im Interview mit “Metro”. 

► Nach Angaben der globalen Anti-Mobbing-Kampagne “Do Something” berichten 90 Prozent aller Viert- bis Achtklässler in den USA, dass sie gemobbt werden. 

► Mehr als 67 Prozent der Schüler finden, dass die Schulen zu wenig gegen Mobbing unternehmen. Nur in vier Prozent aller Fälle würden Lehrer intervenieren, heißt es auf der Webseite der Organisation.

► In Deutschland wird fast jeder sechste 15-Jährige regelmäßig Opfer von teils massiver körperlicher oder seelischer Misshandlung durch Mitschüler, wie eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vergangenes Jahr herausfand. 

Hinweis der Redaktion: Wenn du das Gefühl hast, dein Leben macht keinen Sinn mehr, wende dich bitte an die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.

Beim Jugendinformationszentrum München findest du zudem persönliche und telefonische Beratung für Kinder und Jugendliche. Telefonnummer: 089 550 521 50 (Sprechzeiten: Montag bis Freitag von 13 – 18 Uhr). Beratung für Eltern zum Thema Mobbing findest du unter 0800 111 0550 (Sprechzeiten: Mo. - Fr. 9.00 - 11.00 Uhr, Di und Do 17.00 - 19.00 Uhr).

(cho)