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02/08/2018 16:17 CEST | Aktualisiert 02/08/2018 16:17 CEST

Mit zwei Kindern auf Weltreise: Wie wir für 6 Monate gepackt haben

"Wir führen ein Nomadenleben!"

Emanuelle Halkin
Emmanuelle und ihre Familie.

Emmanuelle Halkin, Kuratorin und Mutter aus Paris, reist seit März 2018 mit ihrer Familie um die Welt. Darüber berichtet sie in mehreren Teilen bei HuffPost.

Abschiede sind immer stressig. Wenn man die Tür hinter sich zumacht, gibt es immer dieses Kribbeln: Habe ich die Heizung abgestellt? Habe ich meinen neuen Badeanzug eingepackt? 

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Sicher kennt ihr dieses unangenehme Gefühl, sich nach dem Aufbruch selbst innerlich zu beruhigen. Wie es sich anfühlt, wenn man mit der ganzen Familie für sechs Monate verreist, könnt ihr euch kaum vorstellen. Vor allem, wenn ihr wie mein Mann Julien und ich nicht wirklich gut organisiert seid.

Jeder braucht sein Spielzeug

Nachdem wir uns die passenden Rucksäcke ausgesucht hatten, mussten wir sie füllen. Einen 90-Liter-Rucksack für meinen Mann Julien, einen mit 20 Litern für unsere zehnjährige Tochter Péma und einen mit 70 Litern für mich.

Wir haben zusammen entschieden, dass unsere fünfjährige Tochter Mila Hauptverantwortliche für die Plüschtasche wird: Ja, wir reisen mit einer Tasche voller Plüschtiere. In unseren Rucksäcken haben wir nicht nur essentielle Dinge, sondern auch Sachen, die uns an Daheim erinnern. Ich habe mich schnell damit abgefunden, dass meine Töchter diese kleinen Freuden brauchen. Sie brauchen beide ein Stückchen Alltag bei sich, etwa aus ihren Zimmern. Wir reisen also von Anfang an mit einer Mäusefamilie, zwei Schäfern aus den Pyrenäen, einem Igel und einer Vielzahl von mehr oder weniger gruseligen Tierchen.

Und die High-Tech-Spielzeuge des größten Kindes, meines Mannes Julien, habe ich noch gar nicht aufgezählt. Ein paar Tage vor dem Aufbruch habe ich verblüfft festgestellt, dass er auch seine “Spielzeuge” mitnehmen will: Die Drohne, die Action-Kamera, das Notebook, den Fotoapparat, verschiedene Objektive, verschiedene Ladekabel und andere technologische Annehmlichkeiten. Von Anfang an waren unsere Rucksäcke also prall gefüllt. Das Packen war also eine ganz schön große Herausforderung. 

Am Anfang kamen uns die Rucksäcke noch riesig vor

Beim Packen habe ich die Regel beachtet, alles mal vier zu nehmen: Vier Paar Tennisschuhe, vier Paar Sandalen, vier Paar Sportschuhe, vier mal Regenkleidung und so weiter. Julien hatte im Übrigen viel Spaß dabei, unsere Sachen auf dem Wohnzimmerboden auszubreiten und zu fotografieren. 

All diese Sachen in unsere Rucksäcke zu bringen erschien uns kaum möglich. Die gleichen Rücksäcke, die uns am Anfang riesig vorkamen, wurden jeden Tag kleiner und enger.

Emmanuelle Halkin
All diese Sachen sollten wir in die Rucksäcke quetschen. 

 

Weniger ist mehr 

Am Ende haben wir doch alles untergebracht. Die Nacht vor dem Abflug verbrachten wir bei Freunden in Paris, weil unsere Wohnung zu weit vom Flughafen weg ist.

Dort begannen wir alles noch einmal neu durchzudenken, abzuwiegen und zu packen. Wir halbierten die Kleidung, die Reiseapotheke und Kulturbeutel. Wir waren besessen von der Idee, alles auf ein Minimum zu reduzieren, soviel Ballast wie möglich abzuladen und noch spartanischer zu leben, damit wir uns voll aufs Reisen konzentrieren konnten.

Für mich als Sammlerin und als Mensch, der gerne hortet, war das eine drastische, aber notwendige Wahl. Die Idee, meinen ganzen Hausstand mit mir herumzuschleppen, hatte mich von Anfang an nicht begeistert. Jetzt haben wir einen winzigen Hausstand, wo jeder Gegenstand abgezählt ist und nach seinem Sinn und Zweck beurteilt wird. Auch muss jeder Gegenstand an seinem genauen Platz sein, weil man ihn sonst verliert.

Einfach gesagt: Wir führen ein Nomadenleben!

Emmanuelle Halkin, Kuratorin und Mutter aus Paris, reist seit März 2018 mit ihrer Familie um die Welt. Darüber berichtet sie in mehreren Teilen bei HuffPost.

Der Beitrag wurde von Moritz Diethelm aus dem Französischem übersetzt und angepasst. 

(nc)