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04/05/2018 16:41 CEST | Aktualisiert 04/05/2018 16:41 CEST

Ho Xuan Thai: Ein einflussreicher Mann in Wien

Vietnamesen machen internationale Freunde in Wien.

Communist Party Vietnam / Vietnam +

Das Bild zeigt Kanzler Kurz mit Ho Xuan Thai und Ho Martin (Foto: Communist Party Vietnam).

  • Vietnamesen machen internationale Freunde in Wien
  • KP Vietnam agiert im Hintergrund
  • Der österreichische Kanzler Kurz als berühmter Freund
  • Chinesische Einwanderung in Wien wird forciert

Der österreichische Kanzler Kurz pflegt gute Kontakte mit Geschäftsleuten aus Nordvietnam. Die Familie Ho gründete mehrere Nachtclubs in Wien. Unter dem Namen der Dachgesellschaft Dots. Martin Ho wurde 1986 im nordvietnamesischen Hai Phong geboren. Im Alter von 2 Jahren kam er mit seinem Vater nach Wien.

Die Familie Ho wird nicht gerne erwähnt. In den österreichischen und deutschen Medien wird nur von Martin Ho berichtet. Der Vietnamese wird als Selfmade-Millionär beschrieben, der Wien mit seinen Unternehmen im Alleingang eroberte. Ein Beispiel für diese Berichterstattung bietet die deutsche Wochenzeitung Die Zeit in der Serie „Das Österreich-Porträt“: „Martin Ho ist gerade erst 31 Jahre geworden. Mit 19 hat Martin Ho sein erstes Lokal eröffnet, mit 31 besitzt er ein Wiener Szene-Imperium.“ (Zeit, 2017, Nr. 36).

Fakten bietet Zentralorgan der KP Vietnam

Tatsächlich gibt es einen Mann im Hintergrund: Ho Xuan Thai. Über ihn erfährt man nur über das Zentralorgan der Kommunistischen Partei Vietnam. Demnach kam Ho Xuan Thai 1990 nach Wien. Er betrachtete es als seine Aufgabe: „Internationale Freunde für Vietnam zu gewinnen“.

Vietnam ist ein asiatisches Land, das viel Wert auf die Erfahrung des Alters legt. So wird im Zentralorgan der Kommunistischen Partei Vietnam betont, wie es sich dort gehört, dass Ho Xuan Thai seinen Sohn in das Geschäftsleben einführte: „In recent years, Mr. Thai has gradually guided his son, Mr. Ho Martin to do business“.

Gradually bedeutet „schrittweise“, „stufenweise“, auch „langsam“. Demnach hätte Ho Xuan Thai seinen Sohn Ho Martin in einer solchen Weise angeleitet „Schritt für Schritt“.

Ho Xuan Thai hofft, dass sein Nachfolger noch mehr Erfolg bei der Suche nach internationalen Freunden finden wird: „If I have not done, my progeny will have to do“.

Springer-Verlag kennt Ho

dots pressefoto / leisure

Der österreichische Kanzler Kurz ist der berühmte Freund der Familie Ho. Die deutsche Tageszeitung WELT aus dem Springer-Verlag verheimlicht nicht, dass eine enge Freundschaft besteht zwischen Sebastian Kurz und Ho:

„Kurz selbst ist sehr eng mit dem Wiener Gastrokönig Martin Ho, einem gebürtigen Koreaner und „Erfolg um jeden Preis“-Typ“, wird in der WELT berichtet: Der Saubermann und der Außenseiter (WELT, 27. 10. 2017).

Die WELT möchte ihren Lesern aber doch nicht zumuten, dass der enge Freund des österreichischen Kanzlers Kurz ein Nordvietnamese ist. Er wird für die Leser der WELT sicherheitshalber doch zu einem „gebürtigen Koreaner“. Damit wird die Assoziation Südkorea ermöglicht.

Springer-Verlag protegiert Kurz

Die WELT verwandelt den Nordvietnamesen in einen Südkoreaner. Das wird verständlich, wenn man beachtet, dass der Springer-Verlag Sebastian Kurz offen protegiert. Im Jänner wurde Sebastian Kurz vom Axel-Springer-Verlag eingeladen. Zu einem Fest, das für ihn veranstaltet wurde. Mathias Döpfner, der Vorstandsvorsitzende des Axel-Springer-Verlags lud ausgewählte Gäste ein:

Wie Sebastian Kurz Politik in Deutschland macht (Huffington, 29. 1. 2018)

Stefan Aust, der Herausgeber der WELT, brachte Kurz schon im Oktober 2016 persönlich mit einem Beitrag in Stellung. Es wurde betont, dass Kurz „mit scharfen Worten“ die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte: Kurz übt scharfe Kritik an deutscher Flüchtlingspolitik (WELT; 2. 10. 2016).

Dieser Beitrag öffnete Kurz die Tore in die deutsche Medienwelt, wo er seither als eine Art von Heiland für die Europäische Union stilisiert wird. Gleichzeitig begann eine Demontage der deutschen Kanzlerin Merkel.

Infiltration aus der Volksrepublik China

dots pressefoto / leisure

Bild: Ho Martin. Die Schriftzüge im Hintergrund lassen das chinesische “Tse” und das “Nor” von Nordvietnam erkennen.

Obwohl der damalige österreichische Außenminister Kurz die Aufnahme von Flüchtlingen aus Kriegsregionen kritisierte, wurde Einwanderung aus der Volksrepublik China und Vietnam in Wien weiter forciert.

Die Pforten wurden in Wien breit geöffnet für die Einwanderung aus der Volksrepublik China. In Wien bildet sich Chinatown um das billige Viertel beim Westbahnhof, in der Sechshauser Straße. Die chinesische Immigration nach Österreich wurde akzeptiert, obwohl chinesische Einwanderer jedenfalls eine Parallelgesellschaft aufziehen.

Sebastian Kurz verlieh Martin Ho für eine solche Politik den Titel „Integrationsbotschafter“. In dieser Funktion befand Martin Ho schon 2014:

„Sicher gibt es noch Leute, die den alten Zeiten nachtrauern und uns weismachen wollen, dass ein Österreicher nicht asiatisch auszusehen hat. Aber solche Menschen treffe ich immer weniger“ (In: Zusammen Österreich, 2014; H. 4, S. 25).

Jetzt setzt der österreichische Kanzler Kurz sich für die Politik der Volksrepublik China ein. Er will China zum Schwerpunkt der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft machen:

Gui Me: Der österreichische Kanzler Kurz als heiratendes Mädchen in der Volksrepublik China (Huffington, 19. 4. 2018

Ein Denkmal für Ho

Das Magazin Biber beschreibt Ho auf diese Weise: „Er gehört zu den einflussreichsten Männern in Wien“ (Biber, 6. Februar 2017).

Eine Einschätzung, die gerechtfertigt ist, wenn man bedenkt, dass der österreichische Kanzler Sebastian Kurz als Freund von Martin Ho gilt, der der Besitzer der „Pratersauna“ ist.

Fraglos zählt die Familie Ho auch in Vietnam zu den einflussreichen Männern. Ansonsten würde das Zentralorgan der Kommunistischen Partei des Landes nicht eine solche Jubelmeldung über die Familie Ho bringen.

Ob Ho Xuan Thai der Familie des vietnamesischen Führers Ho Chi Minh angehört, darüber wird von Ho allerdings keine Auskunft gegeben. Es sollte aber kürzlich durchgesetzt werden, dass ein Denkmal für Ho Chi Minh im Wiener Donaupark errichtet wird. Offenbar wollen dieses Monument einflussreiche Männer in Wien.

Links:

Gui Me: Der österreichische Kanzler Kurz als heiratendes Mädchen in der Volksrepublik China (Huffington, 19. 4. 2018)

Dong Feng: Chinas Sturm aus dem Osten (Huffington, 13. 4. 2018)

Kungfu aus der Volksrepublik China lehrte in Wiener Polizeikaserne den Schlagstock (Huffington, 11. 4. 2018)

Darf Österreich die EU-Ratspräsidentschaft im Juli 2018 übernehmen(Huffington, 18. 2. 2018)

Warum der aktuelle österreichische Außenminister Merkel nicht kritisieren sollte (Huffington, 12. 10. 2017)

© Autor: Johannes Schütz, 2018

www.huffingtonpost.de/author/johannes-schuetz

Johannes Schütz ist Medienwissenschafter und ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Wien.

Email: info (at) communitytv.eu