LIFESTYLE
24/01/2018 11:52 CET | Aktualisiert 31/01/2018 15:13 CET

Mit diesen 10 Angewohnheiten gefährdest du dein Sexleben

Ihr solltet euch nicht einfach zu eurem Partner umdrehen und sagen: ‘Willst du Sex haben?’

Biggie Productions via Getty Images
Für die meisten Paare ist Sex jedoch eine wesentliche Voraussetzung, um die körperliche und emotionale Verbundenheit miteinander aufrechterhalten zu können.
  • Das Bedürfnis nach Sex kann sich in einer Beziehung mit der Zeit ändern
  • Jetzt verraten fünf Sex-Therapeuten welche Anzeichen darauf hinweisen, dass ihr auf eine sexlose Ehe zusteuert und was ihr dagegen machen könnt

Obwohl über dieses Thema nur wenig gesprochen wird, kommen sexlose Ehen sehr viel häufiger vor, als man annehmen möchte.

Laut einem Artikel der “The New York Times” von 2009 sollen Schätzungen zufolge sogar 15 Prozent aller verheirateten Paare in den vergangenen 6 bis 12 Monaten nicht mehr miteinander geschlafen hatten.

Für die meisten Paare ist Sex eine wesentliche Voraussetzung

Klar ist: Das Bedürfnis nach Sex kann sich bei beiden Partnern mit der Zeit verändern. Dafür kann es verschiedene Gründe geben, wie beispielsweise die Geburt eines Kindes, gesundheitliche Probleme oder Nebenwirkungen von Medikamenten.

Es gibt auch Beziehungen, in denen es für beide Partner vollkommen in Ordnung ist, dass sie nur noch selten oder gar nicht mehr miteinander schlafen. 

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Für die meisten Paare ist Sex jedoch eine wesentliche Voraussetzung, um die körperliche und emotionale Verbundenheit miteinander aufrechterhalten zu können.

Wir haben fünf Sex-Therapeuten gebeten, uns zu verraten, welche Anzeichen darauf hindeuten könnten, dass ein Paar auf eine sexlose Ehe zusteuert.

Im Folgenden findest du 10 mögliche Hinweise, bei denen deine Alarmglocken schrillen sollten:

1. Ihr fühlt euch immer weniger wie ein Liebespaar, sondern eher wie Mitbewohner

“Wir unterschätzen häufig, wie wichtig körperliche Anziehung in Langzeitbeziehungen ist. Am Anfang achten beide Partner noch sehr auf ihre Körperpflege und sie tragen Kleidung, in der sie sich attraktiv und wohl fühlen.

Wenn ihr euch jedoch zunehmend wie reine WG-Partner vorkommt, ist es wahrscheinlich an der Zeit, eure Jogginghosen und eure bequemen Klamotten auszuziehen und euch auf eine aufregende gemeinsame Nacht vorzubereiten.

Nehmt ein langes Bad oder eine Dusche und zieht euch etwas Schönes an. Tut alles dafür, dass ihr euch sexy fühlt. Auch wenn ihr den Abend zuhause verbringen wollt, solltet ihr euch etwas anziehen, das euch Lust auf Sex und Intimität macht. Das könnte beispielsweise eure Lieblingsunterwäsche sein.

Oder ihr könntet auch ein neues Massageöl oder Parfüm ausprobieren.” Shannon Chavez, Psychologin und Sex-Therapeutin

2. Ihr sprecht nicht gerne miteinander über Sex

“Wenn ihr in eurer Beziehung noch nie offen über Sex sprechen konntet, kann es leicht passieren, dass ihr irgendwann für eine gewisse Zeit gar keinen Sex mehr haben werdet.

Kommunikation ist für ein gesundes Sexleben unglaublich wichtig. Denn Intimität kann ohne Kommunikation einfach nicht bestehen.”

 Vanessa Marin, Sex-Therapeutin und Gründerin von Finishing School”, einem Online-Orgasmus-Kurs für Frauen 

3. Ihr steckt eure komplette Zeit und Energie in die Kinder

“Es ist ganz normal, dass frischgebackene Eltern den Großteil ihrer Zeit, Energie und Kraft in ihr Neugeborenes stecken. Sobald das Baby ein paar Monate alt ist, solltet ihr jedoch unbedingt darauf achten, dass ihr euch auch wieder um euch selbst und um eure Beziehung kümmert.

Viele Eltern können es sich nach der Geburt ihrer Kinder finanziell nicht mehr leisten, miteinander auszugehen. Es ist allerdings wichtig, dass ihr euch gegenseitig weiterhin als Erwachsene erlebt und dass ihr verschiedene Interessen pflegt, die nichts mit den Kindern zu tun haben.

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Denn nur so könnt ihr die sexuelle Anziehung zueinander aufrechterhalten. Ihr könntet doch Sex haben, wenn die Kinder im Bett sind. Wenn ihr jedoch Abend für Abend nichts anderes mehr unternehmt, als Geschichten vorzulesen und nach dem Abendessen die Küche aufzuräumen, verfallt ihr irgendwann in einen langweiligen und ermüdenden Alltagstrott.

Und dann nehmt ihr euch nur noch selten die Zeit, die romantische und erotische Verbindung zu eurem Partner zu pflegen.”

 Sari Cooper, Sex-Therapeutin und Leiterin des Zentrums für Liebe und Sex in New York (Center for Love and Sex NYC)

4. Ihr schaut euch im Fernsehen oder in Filmen ungern romantische oder erotische Szenen miteinander an.

“Sexszenen in Filmen oder im Fernsehen können Paare dazu animieren, Sex miteinander zu haben. Sie sehen vielleicht etwas, was sie auch gerne ausprobieren möchten oder sie werden einfach vom Zusehen erregt.

Wenn es euch jedoch unangenehm ist, gemeinsam erotische Filmszenen anzuschauen, könnte dies ein Anzeichen dafür sein, dass es in eurem Sexleben ein Problem gibt. Es könnte euch jedoch auch auf einen Punkt in eurer eigenen Sexualität hinweisen, für den ihr euch schämt oder der euch verunsichert.

Wenn ihr es genießt, euch mit eurem Partner zusammen eine Sexszene anzuschauen, dann habt ihr wahrscheinlich ein gesundes Sexleben. Wenn ihr euch dabei jedoch schämt oder peinlich berührt seid, habt ihr möglicherweise ein Problem.

Wenn die sexuelle Anziehungskraft zwischen euch beiden gestört ist, erinnert euch eine Sexszene vielleicht auf unangenehme Weise daran, dass ihr ‘dieses besondere Gefühl’ füreinander verloren habt. Vielleicht habt ihr auch Angst, dass es dadurch zu einem Gespräch kommen könnte, das ihr nicht führen wollt.

Doch Ehrlichkeit währt am längsten. Wenn ihr eine sexlose Ehe vermeiden wollt, solltet ihr offen darüber sprechen, wie zufrieden ihr mit eurem Sexleben seid und was ihr euch im Bett voneinander wünscht und was ihr erwartet.” 

 Kimberly Resnick Anderson, Sex-Therapeutin und Dozentin für Psychiatrie an der medizinischen Fakultät der University of California, Los Angeles

5. Ihr flirtet nicht mehr miteinander

“Wenn du deinen Partner immer mehr als ‘besten Freund’ wahrnimmst, mit dem du nach einem langen Arbeitstag auf der Couch liegen und plaudern willst, anstatt dich ihm auf eine erotische und intime Weise anzunähern, solltet ihr dringend dafür sorgen, dass ihr euch gegenseitig wieder mehr als Liebespaar wahrnehmt.

Achtet darauf, wieder mehr sexuelle Spannung in eure Beziehung zu bringen. Flirtet miteinander, schaut euch tief in die Augen und nutzt eure Körpersprache, um euch sexy und anziehend zu fühlen. Bewegt euch sexy und macht euren Partner bewusst an. Ihr solltet euch nicht einfach am Ende des Abends zu eurem Partner umdrehen und sagen: ‘Willst du Sex haben?’

Kümmert euch lieber darum, bereits im Vorfeld eine gewisse Spannung aufzubauen. Macht auch außerhalb des Schlafzimmers immer wieder Anspielungen. Schickt euch sexy Nachrichten und zeigt eurem Partner, dass ihr Lust auf Nähe und Intimität mit ihm habt.”  Chavez

6. Dein Partner macht sich darüber lustig, dass du so viel Lust auf Sex hast, oder dass du keine Lust auf Sex hast

“Es ist absolut kein gutes Zeichen, wenn dein Partner sich regelmäßig über dein Bedürfnis nach Sex lustig macht. Das individuelle sexuelle Verlangen ist bei allen Paaren bis zu einem gewissen Grad unterschiedlich.

Es ist jedoch wichtig, die Bedürfnisse des anderen stets zu respektieren, auch wenn sie von den eigenen abweichen.”  Marin

7. Ihr berührt euch nur noch selten außerhalb des Schlafzimmers

“Es kann sein, dass ihr euch seit Monaten nicht mehr berührt habt. Nicht einmal, um euch zur Begrüßung oder zum Abschied zu küssen. Ihr berührt euch auch nicht, wenn ihr zusammen auf der Couch fernseht. Und ihr haltet beim Autofahren nicht mehr Händchen.”

Tammy Nelson, Sex-Therapeutin und Autorin des Buches “Der Sex meiner Träume” (Englischer Original-Titel:Getting the Sex You Want”)

8. Du bleibst mit Absicht länger wach als dein Partner, damit du ihm nicht erklären musst, dass du wieder einmal keine Lust auf Sex hast

“Wenn du gemeinsam mit deinem Partner ins Bett gehst, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ihr auch Sex miteinander habt. Wenn du jedoch immer erst ins Bett gehst, wenn dein Partner schon schläft, kann es sein, dass du bewusst (oder unbewusst) versuchst, Situationen zu umgehen, in denen es zum Sex kommen könnte.

Wenn dem so ist, musst du dir ein paar schwierige Fragen stellen: Warum will ich nicht gleichzeitig mit meinem Partner ins Bett gehen? Gibt es Punkte in meinem Sexleben, die mich enttäuschen oder vor denen ich Angst habe? Vielleicht versuchst du deinem Partner aus dem Weg zu gehen, weil du ihn nicht verletzen möchtest.

Wenn du jedoch verhindern willst, dass ihr irgendwann in einer sexlosen Ehe feststeckt, solltest du ein ehrliches Gespräch führen, und zwar zuerst mit dir selbst und dann mit deinem Partner.”  Resnick Anderson

9. Ihr halst euch so viele andere Verpflichtungen auf, dass kaum mehr Zeit für euch beide bleibt

“Dieser Punkt trifft heutzutage auf sehr viele Paare zu, denn wir leben in einem Zeitalter, in dem wir für unseren Job permanent per E-Mail oder SMS auf Abruf bereitstehen müssen.

Wenn Paare sich jedoch immer wieder bewusst Zeit für Freizeitaktivitäten und gemeinsame Stunden einräumen, dann finden sie meist auch häufiger Zeit dafür, Sex miteinander zu haben.

Wenn ein Partner oder sogar beide Partner sich ihren Zeitplan jedoch permanent vollstopfen, kann es sein, dass sie dadurch unbewusst zu verhindern versuchen, dass Intimität entsteht.” Cooper 

10. Du hast unrealistische Vorstellungen davon, wie euer Sexleben aussehen sollte

“Konzentriere dich weniger darauf, wie oft ihr Sex habt oder was genau ihr miteinander im Bett treibt. Lenke deine Aufmerksamkeit auf das Gefühl, das Sex dir verleiht, und auf die Lust, die du dabei empfindest.

Wenn du dich beim Sex lediglich auf ein bestimmtes Ziel konzentrierst, erzeugst du unrealistische Erwartungen. Außerdem erhöhst du die Möglichkeit, dass du enttäuscht wirst, wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden.

Achte darauf, dass du beim Sex eine Umgebung erschaffst, in der du deinen Partner verwöhnen kannst und in der du im Gegenzug auch von ihm verwöhnt wirst. Es sollte dabei weniger um die jeweiligen Techniken gehen als um die Gefühle, die Lust und die Verbundenheit, die du zusammen mit deinem Partner erlebst.

Außerdem ist Sex ohnehin immer wieder anders. Also hör auf, die verschiedenen Male miteinander zu vergleichen und sie zu bewerten.”  Chavez 

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der HuffPost Australia und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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(jz)