WIRTSCHAFT
28/02/2018 09:16 CET | Aktualisiert 28/02/2018 19:05 CET

Mindestlohn steigt fast überall in Europa – aber nicht in Deutschland

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Bloomberg via Getty Images
Symbolbild

► Der gesetzliche Mindestlohn ist in Deutschland im vergangenen Jahr nicht gestiegen – damit bildet die Bundesrepublik im internationalen Vergleich die Ausnahme.

► In 19 der 22 EU-Staaten mit Mindestlohn wurde dieser 2017 erhöht, stellt gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung in ihrem Mindestlohnbericht fest.

Nur Deutschland, Luxemburg und Griechenland beließen den Mindestlohn auf altem Stand. In Deutschland liegt er unverändert bei 8,50 Euro die Stunde brutto.

Darum ist der Bericht bemerkenswert: 

Das von der Hans-Böckler-Stiftung beauftragte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) kommt zu der Erkenntnis: Unter den Westeuropäern liegt Deutschland beim Mindestlohn eher im unteren Bereich.

Der Leiter des Instituts Malte Lübker erklärt: “Wir sehen, dass die vergleichbaren Länder, Frankreich, Benelux, höhere Mindestlöhne setzen. Und wir denken, dass das auch eine sinnvolle Orientierung ist für Deutschland.”

Luxemburg mit rund 11,50 Euro und Frankreich mit knapp 10 Euro setzen die Messlatte für das, was beim Mindestlohn wohl möglich wäre.

Was ihr noch zum Mindestlohn wissen müsst: 

Während die Hans-Böckler-Stiftung warnt, dass ein niedriger Mindestlohn bei steigenden Verbrauchspreisen die Kaufkraft der Menschen senke, klagen Arbeitgeber, ein höherer Mindestlohn könnte Arbeitsplätze kosten

Hagen Lesch, Tarifexperte beim arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft, sagte: “Je höher er ist, desto größer wird das Problem. Aber niemand kann natürlich verlässlich sagen, wo die Schwelle ist, ob bei 9 Euro oder bei zehn Euro – das wissen wir nicht.”