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22/11/2018 16:15 CET | Aktualisiert 22/11/2018 16:24 CET

Betrug in Osnabrück: Mit dieser Masche erschlich sich Lehrerin ein Vermögen

Alles, was sie für ihren Millionen-Coup brauchte, waren ein Kopierer, eine Nagelschere und ein Apothekenstempel.

Ivan-balvan via Getty Images
Mit dem erschlichenen Geld kaufte die pensionierte Lehrerin unter anderem Pelzmäntel, Schmuck und Designer-Handtaschen.
  • Eine pensionierte Lehrerin hat die Beamten-Beihilfe um eine knappe Million Euro betrogen.
  • Das Geld gab sie unter anderem für 60 Luxus-Handtaschen aus.

Eigentlich wollte sie laut eigener Aussage nur die “Glücksmomente des Lebens” genießen. Doch jetzt drohen einer pensionierten Realschullehrerin aus dem niedersächsischen Osnabrück zehn Jahre Haft wegen Betrug und Urkundenfälschung.

Die 66-Jährige hat gestanden, dass sie jahrelang Rezepte fälschte, um damit die Beamten-Beihilfe um insgesamt 903.558 Euro zu betrügen, wie “Spiegel Online” berichtet. Das Geld habe sie für ein Einfamilien-Haus und Luxus-Artikel ausgegeben: Pelzmäntel, Schmuck, Designer-Handtaschen, Möbel und Porzellan.

Erstattungshöhe manipuliert

Alles, was die Frau für ihren Millionen-Coup brauchte, waren ein Kopierer, eine Nagelschere und ein Apothekenstempel.

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Ihr Trick: Zuerst kopierte sie den Stempel-Abdruck einer Apotheke auf ein Blanko-Blatt. Mit der Nagelschere schnitt sie dann aus Rezepten Zahlen aus und klebte diese auf andere Rezepte, sodass der Eindruck entstand, dass teure Medikamente nicht nur ein, sondern zehnmal verordnet und von ihr bezahlt worden waren. 

Per Hand fügte sie die entsprechenden Pharmazentral-Nummern und den Gesamtpreis hinzu. Die gefälschte Rechnung kopierte sie auf das Blatt mit dem Apothekenstempel. Die Kopie sah dann aus wie eine ärztliche Verordnung mit Apotheken-Quittung. 

Diese Fälschungen reichte sie dann bei der niedersächsischen Beihilfestelle ein – insgesamt 112 Mal kassierte sie so ab.

Laut der “Bild”-Zeitung soll ihr ein Bekannter das Fälschen beigebracht haben.

“Glücksmomente des Lebens”

Wofür sie die knappe Million gebraucht habe, konnte die pensionierte Lehrerin nicht genau sagen. Sie habe ausgesagt, “finanziellen Bedarf” gehabt und das Geld aus “familiären Gründen” benötigt zu haben, sagte ein Sprecher des Osnabrücker Landgerichts “Spiegel Online”.

Die von ihr erworbenen Luxus-Artikel und ihr Haus sind mittlerweile gepfändet worden und sollen zusammen etwa 700.000 Euro wert sein. Die angeklagte Lehrerin hat einer Versteigerung zugestimmt.

Heute soll die 66-Jährige von 1130 Euro Pension leben

Das Urteil wird für Mitte Dezember erwartet. 

(ak)