POLITIK
06/01/2019 14:58 CET | Aktualisiert 06/01/2019 15:07 CET

Migranten harren weiter im Mittelmeer aus – nun schaltet sich der Papst ein

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dpa
Migranten auf dem Mittelmeer: Das Land nah, die Lösung fern.

Die Hängepartie geht weiter: Ohne Aussicht auf einen sicheren Hafen harren zwei deutsche Hilfsorganisationen weiter mit geretteten Migranten an Bord ihrer Schiffe im Mittelmeer aus.

Malta und Italien rückten auch am Sonntag nicht von ihrer Linie ab und verwehrten weiter die Einfahrt in ihre Häfen. Auch die Bundesregierung beendete die Hängepartie nicht.

Papst Franziskus richtete am Sonntag einen “betrübten Appell” an die europäischen Staats- und Regierungschefs, sich solidarisch mit den 49 Menschen zu zeigen.

Die Hintergründe um das Drama im Mittelmeer: 

Die Schiffe von Sea-Watch und Sea-Eye befinden vor der maltesischen Küste, doch anlegen dürfen sie dort nicht, weil sich die Regierung gegen die Aufnahme der Migranten sperrt. Die 32 Menschen an Bord der “Sea-Watch 3” wurden bereits am 22. Dezember gerettet. Auf der “Professor Albrecht Penck” der Regensburger Organisation Sea-Eye warten weitere 17 Migranten auf die Erlaubnis zum Anlaufen eines Hafens.

Es ist nicht das erste Mal, dass Rettungsschiffe auf dem Meer blockiert sind, während die EU-Mitgliedstaaten um eine Lösung für die Menschen ringen. Seit Antritt der populistischen Regierung in Italien im Sommer sind die dortigen Häfen de facto dicht für die Schiffe der Hilfsorganisationen. 

An Bord ist die Lage nach Angaben von Sea-Watch mittlerweile sehr angespannt. Am Freitag kam es zu einem kritischen Zwischenfall: Ein Migrant sprang aus Verzweiflung ins Wasser, um nach Malta zu schwimmen. Er wurde gerettet und wieder an Bord genommen. 

Wie Deutschland reagiert:

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte am Samstag in Berlin, man sei zur Aufnahme der Menschen bereit – allerdings im Rahmen einer “breiten europäischen Verteillösung”.

Die Bundesregierung setze sich wie in ähnlichen Fällen zuvor für eine rasche Lösung “im Rahmen der gemeinsamen europäischen Verantwortung und Solidarität” ein und habe sich bei der Europäischen Kommission bereit erklärt, einen entsprechenden Beitrag zu leisten. 

(jg)