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08/07/2018 15:09 CEST | Aktualisiert 08/07/2018 16:36 CEST

Dauerkritik an Mesut Özil: Jetzt attackiert ihn auch der DFB-Präsident

Reinhard Grindel stellt auch die sportliche Zukunft von Özil in der Nationalmannschaft in Frage.

Michaela Rehle / Reuters
Weiter Ziel von heftiger Kritik: Nationalspieler Mesut Özil. 
  • Die Kritik an Mesut Özil reißt nicht ab – auch nicht aus Reihen des DFB. 
  • Nachdem Manager Oliver Bierhoff Özil öffentlich attackierte, setzt ihm nun DFB-Präsident Reinhard Grindel ein Ultimatum. 

Mesut Özil erlebt gerade die schwerste Zeit seiner Fußballer-Karriere.

Nach seinem Treffen mit Erdogan vor der WM und dem frühen WM-Aus der Deutschen steht der Arsenal-Spieler im Zentrum persönlicher und sportlicher Kritik. 

Diese kommt von Fans, Fremdenfeinden – und auch von Vertretern des Deutschen Fußball-Verbands (DFB). 

Nachdem Manager Oliver Bierhoff Özils sportlichen Wert für die Mannschaft in Frage gestellt hatte – nachdem er den Mittelfeldspieler zuvor noch geschützt hatte –, hat sich nun auch Verbandspräsident Reinhard Grindel zur Causa Özil geäußert. 

Und dem Nationalspieler ein Ultimatum gesetzt. 

DFB-Boss: ”Özil hat viele Fans enttäuscht” 

In einem Interview mit dem Kicker sagte Grindel bezogen auf Özils Umgang mit dessen Erdogan-Treffen: 

“Es stimmt, dass sich Mesut bisher nicht geäußert hat. Das hat viele Fans enttäuscht, weil sie Fragen haben und eine Antwort erwarten. Diese Antwort erwarten sie zu Recht. Deshalb ist für mich völlig klar, dass sich Mesut, wenn er aus dem Urlaub zurückkehrt, auch in seinem eigenen Interesse öffentlich äußern sollte.”

Grindel beließ es aber nicht bei der Kritik an Özils Umgang mit dem Erdogan-Eklat. Er zählte den Nationalspieler auch sportlich an. 

Grindel sagte über Özils Zukunft in der Nationalmannschaft

“Wir haben vor und während der WM in der Delegation keinen Zweifel aufkommen lassen, dass wir die sportliche Entscheidung, dass Mesut zum Kader gehört, akzeptieren. Insofern ist jetzt auch die sportliche Analyse abzuwarten. Wir möchten auch abwarten, in welcher Form sich Mesut einlässt. Es gehört zur Fairness, einem verdienten Nationalspieler, der einen Fehler gemacht hat, diese Chance zu geben.”

 ► Es bleibe abzuwarten, ob Bundestrainer Joachim Löw weiter mit Özil plane. 

Özils Vater rechnet mit dessen Kritikern und dem DFB ab

Ebenfalls am Sonntag hatte sich Özils Vater Mustafa Özil in einem Interview mit der “Bild”-Zeitung zu Wort gemeldet. Er attackierte besonders den Umgang des DFB mit seinem Sohn. 

Die Aussagen von Bierhoff über diesen seien eine Frechheit gewesen.

Nach dem Erdogan-Eklat habe er sich gewünscht, dass der DFB “zusammen mit den Spielern eine Strategie entwickeln und dann meinetwegen mit einem gemeinsamen Interview oder einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit gehen.”

Das sei leider nicht geschehen. Özils Vater sagte deshalb: 

“Wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich sagen: Schönen Dank, aber das war es! Dafür ist die Kränkung dann doch zu groß. Und wer weiß denn, was beim nächsten Spiel ist? An Mesuts Stelle würde ich zurücktreten.”

(lp)