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22/07/2018 15:12 CEST | Aktualisiert 22/07/2018 20:04 CEST

Özil teilt gegen Kritiker in Deutschland aus – und erwähnt auch AfD

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Im Video oben seht ihr die erste Stellungnahme des Nationalspielers im Wortlaut.

► Nationalfußballspieler Mesut Özil hat sich am Sonntag in einer weiteren Mitteilung an die Öffentlichkeit gewandt. Dieses Mal rechnet er mit den Kritikern in Deutschland ab. 

► Er könne Kritik an seiner Leistung akzeptieren. “Aber ich kann nicht akzeptieren, wenn deutsche Medien mir wiederholt meine doppelte Herkunft und ein einfaches Bild der schlechten Weltmeisterschaft (...) vorwerfen.”

 Özil berichtet, in Folge der Affäre um ein Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan seien Werbe-Partner abgesprungen. Ein Schulprojekt habe ihm abgesagt aus Angst vor der Reaktion der Medien auf das Foto mit Erdogan und die “rechte Partei in Gelsenkirchen”. Damit ist wohl die AfD gemeint, Gelsenkirchen ist eine Hochburg der Rechtspopulisten.  

Der Hintergrund von Özils Medienkritik: 

Schon während der Gruppenphase bei der WM war Özil das Ziel von Kritik. Weltmeister Lothar Matthäus unterstellte dem Mittelfeldspieler, sich im Trikot der Nationalmannschaft unwohl zu fühlen – und daher schlecht zu spielen. Auch wenn Statistiken ein anderes Bild von der Leistung Özils zeichneten. 

Mehr zum Thema: Hier lest ihr Mesut Özils erste Erklärung im Wortlaut 

In seiner Mitteilung in den sozialen Medien nennt Özil Matthäus auch explizit. Er wirft den deutschen Medien eine Doppelmoral vor. Matthäus habe sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen – und sei dafür nicht kritisiert worden.

Özil macht Werbepartnern und dem DFB schwere Vorwürfe: 

 Özil kritisiert auch den DFB. Er erwähnt einen Sponsor, der nicht mehr mit ihm werben wollte, selber aber in der Kritik stand. Gemeint damit ist Autobauer Mercedes und der Abgas-Skandal. 

“Während ich kritisiert wurde und der DFB mich aufrief, meine Handlungen zu rechtfertigen, wurde keine offizielle und öffentliche Erklärung von den DFB-Sponsoren gefordert. Warum? Liege ich richtig damit zu denken, dass das schlimmer ist als ein Foto mit dem Präsidenten des Landes meiner Familie? Was hat der DFB dazu zu sagen?”

Auf die Kritik von DFB-Teammanager Oliver Bierhoff und Präsident Reinhard Grindel ging Özil nicht ein. Eine dritte Mitteilung ist allerdings angekündigt.

(ujo)