BLOG
05/10/2018 17:42 CEST | Aktualisiert 05/10/2018 17:42 CEST

Faktencheck: "Messereinwanderung oder Masseneinwanderung?" Eine Analyse über das AfD-Narrativ

Wenn man sich auf der Homepage www.messereinwanderung.de die Messerstecher-Fälle, die von der AfD aufgelistet wurden, anschaut, entsteht der subtile Eindruck “Einwanderer sind Messerstecher”. Diesem Eindruck bin ich mit Sarah Lehman nachgegangen. Wir haben eine öffentlich zugängliche Excel-Liste mit 564 Fällen basierend auf der Datenbasis der AfD-Google-Maps erstellt und kamen zum Entschluss:

https://twitter.com/_nasir_ahmad_/status/1036210987425325057
Fake-Narrativ: Messermigration

Von den 564 Fällen war die überwiegende Mehrheit von 87% keine Messerstechereien. Meldungen wie “Rostock: 31-Jähriger Pole bedroht 20-Jährigen in der S-Bahn mit einem Messer” oder “Erfurt: Somalier läuft verwirrt mit Messer über den Bahnhofsvorplatz und sticht auf Zeitung ein” oder “Altenburg: 19-jähriger Afghane mit verbotenem Messer stiehlt Kaugummi” haben wir als “Messerstecher-Meldungen” fallen in unserem Verständnis definitiv nicht unter “Messerstecherei” bei dem einer oder mehrere Menschen schwere Verletzungen erlitten.

In den übrigen 76 relevanten Fällen lässt sich auf der Basis der AfD-Daten die Täterherkunft des Migranten eindeutig beweisen und das dieser eine oder mehrere Personen mit dem Messer verletzte und auch hier ist anzumerken, dass überwiegend Migranten selbst Opfer von Messerstechereien sind. Rassistische Merkmale wie “südländisches Aussehen” oder “Mann mit Bart” haben wir nicht als ausreichenden Beweis für eine eindeutige Täterherkunft aufgenommen.

Die AfD versucht die Öffentlichkeit durch Lügen, Auslassungen und selektiver Wahrnehmung zu manipulieren. Damit sollen wir bei der Kriminalität nur noch an Migranten denken und bei Migranten nur noch an Kriminalität Durch diese selektive und größtenteils falsche Wahrnehmung können deshalb Menschen, die den Lügen der AfD konstant ausgesetzt sind, gar nicht glauben, dass Deutschland so sicher ist wie seit 1992 nicht mehr. Und dass auch Kriminalität durch Asylbewerber drastisch zurückgegangen ist. Anerkannte Asylbewerber sind sogar unterdurchschnittlich kriminell.

Daraus lässt sich erahnen, dass weitere Narrative der AfD fehlerhaft sind und sich auf bloße Vermutungen stützen. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD ist immer aufschlussreich und demaskiert diese rechtspopulistische Partei.