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20/07/2018 20:45 CEST | Aktualisiert 20/07/2018 21:05 CEST

Messer-Attacke in Lübeck: Busfahrer spricht über Moment, als Panik ausbrach

Im Rückspiegel sah er den Täter.

dpa
Der Bus in Lübeck. 
  • In einem Linienbus in Lübeck sticht ein Mann auf Passagiere ein. 
  • Der reaktionsschnelle Busfahrer ermöglicht es den Fahrgästen, aus dem Bus zu fliehen. 

Dramatische Szenen in einem Linienbus in Lübeck: Das vollbesetzte Fahrzeug ist am Freitagmittag auf dem Weg ins Ostseebad Travemünde, als ein Insasse mit einer Waffe auf andere Personen einsticht. 

10 Menschen werden verletzt. In manchen Medienberichten ist zunächst von einem Toten die Rede, die Polizei stellt die Nachricht schnell klar: Von den Businsassen ist niemand gestorben. 

Auch die Reaktion des Busfahrers sorgte dafür, dass die Tat nicht noch schlimmer ausfiel. Geistesgegenwärtig stoppte er sofort den Bus und öffnete die Türen. Die Menschen konnten sich draußen in Sicherheit bringen, andere Mitfahrer überwältigen den Mann schließlich. 

Im Gespräch mit den “Lübecker Nachrichten” berichtet Busfahrer Peter Spoth, wie er den blutigen Angriff erlebte. 

“Dann bekam ich auf’s Maul”

Kurz vor einer Kurve hätten Insassen gerufen: “Feuer, Feuer! Hier ist ein Psycho.” Wie sich später herausstellen wird, hatte der Tatverdächtige einen Rucksack mit Brandbeschleuniger dabei. 

► Im Rückspiegel habe Spoth den Mann gesehen. Er sei rechts rangefahren und habe den Bus gestoppt, die Türen geöffnet. Er habe den Feuerlöschen genommen und versucht, die Flammen zu bekämpfen. “Dann bekam ich auf’s Maul”, erzählt der Busfahrer weiter. 

Der Täter griff nun offensichtlich ihn an, um zu verhindern, dass er das Feuer löscht. Aber die Polizei und die Rettungskräfte seien schnell dagewesen.

Augenzeugen berichtet von schrecklichen Szenen

Die “Lübecker Nachrichten” zitieren eine weitere Augenzeugin des Geschehens: “Eines der Opfer hatte gerade seinen Platz einer älteren Frau angeboten, da stach der Täter ihn in die Brust. Es war ein Gemetzel.”

Die Augenzeugin wird nach der Gewalttat von der Polizei betreut. Ein Anwohner schildert das Geschehen so: “Die Passagiere sprangen aus dem Bus und schrien. Es war furchtbar.”

Beamte nahmen den mutmaßlichen Täter kurze Zeit später fest, sperrten die Umgebung der Bushaltestelle weiträumig ab.Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich laut Polizei um einen 34-jährigen Deutschen mit Wohnsitz in Lübeck. 

Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Einen terroristischen Hintergrund schlossen die Beamten am Abend vorerst aus. Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau spricht von “einer entsetzlichen Tat”. 

Mit Material der dpa.