POLITIK
13/11/2018 20:07 CET | Aktualisiert 14/11/2018 06:15 CET

Merkel wird im EU-Parlament von Rechten ausgebuht – so kontert die Kanzlerin

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► Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)  hat am Dienstag im Europaparlament eine mit Spannung erwartete Rede gehalten. Dabei wurde sie immer wieder auch von Buhrufen und anderen Wortmeldungen gestört(oben im Video)

► Nach Angaben von Abgeordneten im Saal kamen die Protestrufe überwiegend von rechten Parlamentariern, auch die Fraktion der euroskeptischen Ukip aus Großbritannien habe sich beteiligt, berichtet “Spiegel Online”. 

Merkel allerdings reagierte humorvoll auf die Zwischenrufe: “Ich erfreue mich daran”, sagte sie, lächelte und sortierte ihr Manuskript neu. “Ich lasse mich doch hier nicht irritieren, ich komme auch aus dem Parlament.”

► Parlamentspräsident Antonio Tajani sagte nach der Rede der deutschen Bundeskanzlerin rhetorisch: “Brauchen wir vielleicht einen Tierarzt in diesem Saal?”

Die zentralen Aussagen von Merkels Rede: 

Merkel hielt in ihrer gewohnten Art eine Rede vor dem Europaparlament – mit pragmatischem Realismus. Sie bewarb die Idee einer europäischen Armee, deren Umsetzung zuletzt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gefordert und sich dabei mit US-Präsident Donald Trump überworfen hatte

Merkel betonte zudem: “Nationalismus und Egoismus dürfen nie wieder eine Chance in Europa haben. Toleranz und Solidarität sind unsere Zukunft.”

Vincent Kessler / Reuters
Angela Merkel am Dienstag in Straßburg. 

Die Kanzlerin nutzte ihren Auftritt aber auch für einige selbstkritische Bemerkungen. Sie gestand – einmal mehr – ein, die Situation in den Nachbarländern Syriens vor der Flüchtlingskrise 2015 falsch eingeschätzt zu haben

Auf den Punkt brachten Merkels Auftritt wohl folgende zwei Sätze: “Es muss irgendwann das realisiert werden, was man sich vornimmt. Da mag ich manchmal etwas zurückhaltend sein mit der Formulierung von Zielen. Dazu stehe ich aber.”

(mf)