POLITIK
20/07/2018 12:02 CEST | Aktualisiert 20/07/2018 12:31 CEST

Merkel kritisiert CSU indirekt im Asylstreit: "Die Tonalität war oft sehr schroff"

Die Bundeskanzlerin auf ihrer traditionellen Sommer-Pressekonferenz.

dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Sommer-Pressekonferenz

► Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in ihrer traditionellen Sommer-Pressekonferenz am Freitagmittag indirekt die CSU kritisiert

► Über den Asylstreit sagte sie: “Die Tonalität war oft sehr schroff”.

► Merkel betonte zudem, dass sie der Sprache “sehr, sehr große Bedeutung” zumesse und sich gegen eine “bestimmte Erosion der Sprache wende, weil sie Ausdruck von Denken ist” und Spaltung befördern könne.

Darum ist die Kritik wichtig:

Das Statement der Kanzlerin kann man als Kritik an der CSU verstehen, die im Asylstreit und in der Debatte um Merkel Flüchtlingspolitik auch Worte aus dem rechten Spektrum verwendeten, wie “Asyltourismus” oder “Anti-Abschiebe-Industrie”. 

Mehr zum Thema: Dobrindt ätzt gegen “Anti-Abschiebe-Industrie” – die Vorwürfe im Check

Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer war zudem für das Zitat kritisiert worden, dass die Abschiebung von 69 Flüchtlingen an seinem 69. Geburtstag nicht so von ihm “bestellt” gewesen sei.

Was Merkel noch zu dem Thema sagte:

Die CDU-Chefin erklärte, inzwischen hätten einige ihre Kritik an der Wortwahl auch beherzigt. Tatsächlich hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in der vergangenen Woche erklärt, den Begriff “Asyltourismus” nicht mehr verwenden zu wollen.

Merkel wolle darüber hinaus aber nicht dem Streit über die politische Richtung ausweichen, nur um eine Spaltung der Gesellschaft zu vermeiden.

(mf)