POLITIK
20/01/2018 16:10 CET | Aktualisiert 20/01/2018 20:50 CET

"Spiegel"-Bericht: Diese Szene zeigt, wie angespannt das Verhältnis zwischen Merkel und ihrem Rivalen Spahn ist

Nach der langen GroKo-Verhandlungsnacht kam es zur Konfrontation.

Volker Hartmann via Getty Images
Jens Spahn und Angela Merkel
  • Eine Szene aus den GroKo-Sondierungen zeigt, wie angespannt das Verhältnis zwischen Kanzlerin Merkel und CDU-Präsidiumsmitglied Spahn ist

  • Darüber berichtet der “Spiegel” in seiner aktuellen Ausgabe

Es ist eine Szene aus den GroKo-Sondierungen, die das angespannte Verhältnis von Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel und CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn zeigen soll.

Nach der langen Verhandlungsnacht am Freitag der vergangenen Woche soll Spahn das Sondierungsergebnis mit einer kritischen Äußerung kommentiert haben, berichtet der “Spiegel” in seiner aktuellen Ausgabe.

“Das ist ja wie 2013 – nur mit mehr Geld und we­ni­ger Lust. Ich dach­te, wir ma­chen was Neu­es”, soll er in der Runde mit den Unions-Verhandlern gesagt haben. Merkel habe Spahn einen “vernichtenden Blick” zugeworfen, schreibt der “Spiegel” - “versagte sich aber einer Erwiderung”.

Merkel soll über Spahns Profilierungsdrang geschimpft haben

Erst später habe die Kanzlerin dann über Spahn und “seinen Profilierungsdrang” im kleinen Kreis geschimpft.

Spahn hat Gefallen daran gefunden, sich als Merkels Nachfolger zu inszenieren. Aus seinen Ambitionen macht er in Interviews kein Geheimnis - und setzt damit indirekt die Kanzlerin unter Druck, die nach der desaströsen Bundestagswahl und dem Jamaika-Aus an Macht verloren hat.

Nachfolge-Debatte hat sich verselbstständigt

Längst hat sich die Nachfolge-Debatte verselbstständigt - und Spahn hat seinen Teil dazu beigetragen. Das ärgert nicht nur die Kanzlerin, sondern viele in der CDU. In der Partei können manche den Spahn-Hype nicht nachvollziehen. 

Denn in Spahns Vita fehlt vor allem ein hohes politisches Amt, das ihn als Merkel-Nachfolger empfehlen könnte. Noch nie hat es ein CDU-Politiker in den Vorsitz oder das Kanzleramt geschafft, der nicht als Minister oder Ministerpräsident reüssierte. 

(sk)