POLITIK
20/07/2018 18:16 CEST | Aktualisiert 01/08/2018 19:40 CEST

Merkel-Pressekonferenz: Im Ausland blieb vor allem ein Satz hängen

"Ein Zitat für die Ewigkeit."

  • Bei ihrer Sommerpressekonferenz hat Angela Merkel auch über die Bedeutung des 20. Julis für ihre Politik gesprochen. 
  • Es war ein Satz dazu, der im Ausland für Aufsehen sorgte.
  • Im Video oben: Kanzlerin zur Frage, wen sie mit in den Urlaub nehmen würde.

Sehr knapp hatte Angela Merkel in diesem Jahr ihre Sommerpressekonferenz angekündigt. Keine zwei Tage im Voraus.

Die Konferenz ist traditionell der letzte Termin der Kanzlerin, bevor sie in den Sommerurlaub geht. In diesem Jahr fiel der Auftritt vor den versammelten Hauptstadtjournalisten somit auf den 20. Juli. 

Ein historisches Datum. Denn 1944 hatte Claus Schenk Graf von Stauffenberg an diesem Tag versucht, Adolf Hitler zu töten. Es war der bedeutendste Umsturzversuch und Moment des Widerstands in der Zeit des Nationalsozialismus. 

Angela Merkel über die Lektionen der Geschichte

Neben den vielen tagesaktuellen Fragen der Politik äußerte sich Angela Merkel daher auf der Pressekonferenz auch zu der historischen Bedeutung des 20. Julis in der deutschen Geschichte. 

► Sie sagte dann auch einen bedeutungsvollen Satz:

“Wenn die Generation, die den Krieg überlebt hat, nicht mehr da ist, wird sich zeigen, ob wir aus der Geschichte gelernt haben.”

Der Satz sollte nicht nur an die Ereignisse vor über 70 Jahren erinnern. Sondern war auch auf die jüngsten Geschehnisse in Berlin gemünzt.

Es seien die Lektionen aus dem Zweiten Weltkrieg und seinen verheerenden Folgen, die ihrer Politik immer noch eine Richtung geben, ließ Merkel bei der Pressekonferenz durchscheinen.

Sie meinte damit: Europa muss zusammenhalten. Gerade wenn andere zuerst an sich selbst denken.

Ein Seitenhieb gegen den rebellischen Innenminister Horst Seehofer. Aber auch gegen all die Anführer des stärker werdenden Nationalismus in Europa und dem Rest der Welt. 

“Ein Zitat für die Ewigkeit”

Der Berlin-Korrespondent Jeremy Cliffe der britischen Wochenzeitung “The Economist” griff das Zitat der Kanzlerin auf. Er nannte es “ein Zitat für die Ewigkeit”.

Cliffe erhielt damit auf Twitter innerhalb kürzester Zeit über 1500 Gefällt-Mir-Angaben – ein Gradmesser dafür, wie sehr das Zitat andere englischsprachige Twitter-Nutzer ansprach. 

Warum der Ausspruch Menschen begeisterte: Er lässt sich vielfältig anwenden.

Der britische Aktivist Harry Leslie Smith, der sich für Flüchtlingshilfe einsetzt, kommentierte die Frage Merkels, ob die Lektionen der Geschichte erhalten bleiben: “Ich befürchte nicht.” Als Hashtag setzte er den Namen von Donald Trump dahinter. 

Es war vor allem dieser Satz über die deutsche Geschichte und ihre Lehren, der zunächst in den sozialen Netzwerken hängenblieb. 

(ujo)