POLITIK
25/11/2018 19:41 CET | Aktualisiert 26/11/2018 08:25 CET

Merkel-Kritiker Varoufakis tritt für deutsche Partei zur EU-Wahl an

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Simona Granati - Corbis via Getty Images
Griechenlands ehemaliger Finanzminister Yanis Varoufakis.

► Der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis will in Deutschland für die Europawahl 2019 kandidieren. 

► Es gehe darum, dass transnationale Demokratie Wirklichkeit werde, sagte der Linkspolitiker am Sonntag in Berlin. In einer Versammlung der Partei “Demokratie in Europa” wurde er auf den ersten Platz einer Liste für die Wahlen zum Europaparlament im Mai kommenden Jahres gesetzt.

► Die Partei ist den Angaben zufolge ein deutscher Ableger von Varoufakis’ europäischer Bewegung “Democracy in Europe Movement 2025” (Diem25). 

Varoufakis sagte, er habe die Voraussetzungen für eine Kandidatur erfüllt – dazu gehört für Bürger anderer EU-Länder, einen Wohnsitz in Deutschland zu haben.

Wie Varoufakis sich in der Vergangenheit über Deutschland äußerte: 

Varoufakis war und ist ein deutlicher Kritiker der auch von Deutschland propagierten Sparpolitik in der EU.

Unter dieser hatte vor allem das griechische Volk in der Eurokrise sehr gelitten: Das Land sollte und soll seine Schulden zurückzahlen, dies geschieht vor allem durch einen kontinuierlichen Abbau des Sozialstaats. 

Varoufakis hatte diesen Tausch – Schuldenabbau gegen soziale Engpässe – stets kritisiert.

Er warf insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem ehemaligen Bundesfinzminister Wolfgang Schäuble vor, sie würden ihr Volk täuschen. Schließlich, so argumentierte Varoufakis, würden die Griechen ihre Schulden niemals zurückzahlen können. 

Mehr zum Thema: Griechenlands Ex-Finanzminister Varoufakis wirft Merkel Täuschung vor

Welches Wahlprogramm Varoufakis verfolgt: 

Varoufakis sagte, er wolle in den nächsten Monaten in Deutschland Wahlkampf machen, aber auch in Griechenland und anderen EU-Ländern präsent sein.

Es gelte, dem giftigen Mythos ein Ende zu bereiten, dass es einen Kampf zwischen Nord und Süd, Ost und West gebe.

Der einzige Kampf sei der zwischen fortschrittlichen Europäern und Autoritären. Neben Varoufakis stehen unter anderem auch Kandidaten aus Österreich und Kroatien auf vorderen Listenplätzen.

(vw)