POLITIK
08/05/2018 08:39 CEST | Aktualisiert 08/05/2018 10:02 CEST

Plagiatsvorwurf gegen Melania Trump: Der wahre Skandal geht unter

Um die Kinder ging es beim Auftritt der First Lady sowieso nie.

Bloomberg via Getty Images
Melania Trump stellt ihre Initiative vor.
  • First Lady Melania Trump hat am Montag eine Initiative für Kinder vorgestellt, die wohl von Obama übernommen wurde.
  • Bei den Plagiatsvorwürfen übersehen viele den eigentlichem Grund, warum die Broschüre vorgestellt wurde.

Melania Trump hat es wieder getan. Der öffentlichkeitsscheuen First Lady wird vorgeworfen, die Obamas ein weiteres Mal plagiiert zu haben.

Trump wollte am Montag mit einer neuen Initiative das Wohl von Kindern ins Zentrum ihres Engagements rücken. In der heutigen “schnelllebigen und immer verbundenen Welt” falle es Kindern schwerer, ihre Gefühle zu kontrollieren, weshalb sie sich oft schädlichen Verhaltensweisen wie “Mobbing, Drogensucht oder sogar Selbstmord zuwenden”, sagte die 48-Jährige.

Die Ankündigung der Initiative “Be Best” (etwa: “Gib Dein Bestes”) im Rosengarten des Weißen Hauses im Beisein ihres Mannes Donald Trump war einer der seltenen öffentlichen Auftritte der First Lady.

Die Broschüre ist fast identisch mit einem Handout der Obama-Regierung

Die Initiative steht dafür, Kinder intensiver in der Nutzung sozialer Medien zu schulen. Außerdem sollen sie über Drogenmissbrauch aufgeklärt werden.

Konkrete Maßnahmen kündigte die First Lady nicht an, jedoch wurde eine Broschüre auf der Webseite des Weißen Hauses veröffentlicht.

Präsident Trump küsste seine Frau nach ihrer Rede mehrmals auf die Wangen. Es sei ein Segen für Amerika, so eine engagierte First Lady zu haben, sagte er.

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Nur fiel den Nutzern in den sozialen Medien bei der Ansicht der Broschüre etwas auf: Ein fast identisches Handout gab es bereits unter der Präsidentschaft von Barack Obama. 

Tatsächlich wurde in der neuen Broschüre nur ein Unterpunkt hinzugefügt. In dem wird geraten, dass Eltern ihre Kinder auffordern sollten, mit ihnen über Mobbing zu reden. Und ein Unterpunkt wurde gekürzt – von “Sexting – tu es nicht” zu “Sexting”.

Doch obwohl der Inhalt des Pamphlets größtenteils übernommen worden war, stand darauf: “Eine Broschüre von First Lady Melania Trump und der Federal Trade Commission.”

Das prangerten zahlreiche Twitter Nutzer öffentlich an.

Plagiatsvorwürfe gegen Melania Trump sind nicht neu

Plagiatsvorwürfe sind für Melania nicht neu: Schon 2016 stand sie in der Kritik, weil sie bei einer Rede auf dem Parteitag der Republikaner von der ehemaligen First Lady Michelle Obama kopiert hatte.

Das Weiße Haus reagierte auf den sich anbahnenden Shitstorm und änderte die Autorenangabe. Nun steht dort: “Eine Broschüre der Federal Trade Commission, vorgestellt von First Lady Melania Trump”.

Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses bestätigte der britischen Zeitung “Guardian” die Änderung und erklärte: “Es gab wohl Verwirrung, deshalb wollten wir das klar stellen.”

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Es ging sowieso nie um die Initiative – sondern um Donald Trump

Das eigentlich wichtige Thema der Initiative war damit jedoch leider schnell ins Hintertreffen geraten. Wie viel eine Broschüre betroffenen Familien helfen kann, sei allerdings dahin gestellt. Konkrete Maßnahmen, Kindern zu helfen, hat die First Lady nicht erwähnt. Und das ist das eigentliche Problem.

Der Auftritt sollte wohl vielmehr ihrem Mann Donald Trump helfen, sein Image aufzupolieren. Um die Kinder ging es nie. 

Trumps Präsidentschaft ist von zahlreichen Skandalen überschattet – vor kurzem kamen zusätzlich immer mehr Gerüchte auf, die Ehe der Trumps sei am Ende. 

Die US-Zeitung “Washington Post” hatte am Montag über ein Gerücht berichtet, wonach die First Lady nicht hauptsächlich mit ihrem Mann im Weißen Haus lebe, sondern zusammen mit ihren Eltern in einem Vorort von Washington in der Nähe der Schule ihres Sohnes Barron. Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders wies den Bericht indes als “abscheuliche Behauptung” zurück.

Dazu steht nach wie vor der Vorwurf im Raum, er hätte eine Affäre mit Porno-Star Stormy Daniels gehabt. Sie hatte 2006 nach eigener Aussage Sex mit Donald Trump – kurz nachdem Melania den gemeinsamen Sohn Barron zur Welt gebracht hatte. Trump bestreitet das.

Mit Material der dpa.

(cho)