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13/03/2018 12:54 CET | Aktualisiert 13/03/2018 14:44 CET

In sächsischem Krematorium stapeln sich die Toten – und es werden immer mehr

“Wir können die maximale Tages-Kapazität auf 84 erhöhen.”

  • Im städtischen Krematorium in Meißen stapeln sich immer mehr Särge
  • Grippe-Tote aus ganz Deutschland landen in der sächsischen Stadt
  • Im Video oben erklärt eine Ärztin, wie ihr herausfindet, ob ihr unter einer Grippe, einer Erkältung oder einer Allergie leidet

Wer derzeit einen Blick in die Kühlhalle im Meißener Krematorium wirft, sieht Särge über Särge. Die Holzkisten stehen dicht aneinander gedrängt, kein Mensch kann mehr zwischen ihnen vorbeigehen.

Die Mitarbeiter müssen seit einigen Tagen sogar in drei Schichten arbeiten, weil sie sonst nicht mehr nachkommen, die Särge zu verbrennen. Der Grund für die enorme Nachfrage: Die Grippe, die in Deutschland bereits 358 Tote gefordert hat. Das berichtet die “Bild”-Zeitung. 

“Unser Tages-Durchschnitt liegt bei 40 Einäscherungen. Jetzt kommen wir auf 60, auch wegen der schlimmen Grippe”, erklärt Jörg Schaldach, der Leiter des sächsischen Krematoriums der “Bild”.

Hier landen Leichen aus der ganzen Bundesrepublik

► In Sachsen sind bis dato 36 Grippe-Tote registriert.

Doch das städtische Krematorium in Meißen scheint laut “Bild” günstig zu sein. Weswegen es Leichen aus ganz Deutschland geliefert bekommt. 

So schnell werden die Mitarbeiter des Krematoriums wohl nicht zur Ruhe kommen. Schaldach bereitet sich bereits auf einen weiteren Ansturm vor: “Wir können die maximale Tages-Kapazität auf 84 erhöhen.”

Doch auch wenn Menschen eigentlich an einem Influenza-Virus gestorben sind, muss das noch lange nicht auf ihrem Totenschein stehen. “Nur auf manchen Totenscheinen steht tatsächlich Influenza A oder B. Meist Pneumonie oder Herzversagen bei schlechtem Allgemeinzustand. Doch wir können durch die Häufung von Leichen sehr gut registrieren, wie der Grippe-Virus von Region zu Region wandert”, sagt Schaldach. 

(ujo)