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07/08/2018 06:44 CEST | Aktualisiert 07/08/2018 13:58 CEST

Meinungsforscher erklärt, warum die Grünen die SPD überflügeln könnten

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dpa
Die Grünen-Spitze: Annalena Baerbock und Robert Habeck

► In den Umfragen nähern sich SPD und Grüne immer mehr an. Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, sieht die Öko-Partei weiter im Aufwind und schließt nicht aus, dass sie der SPD den Rang abläuft.

► “Bei SPD und Grünen könnten sich die Größenverhältnisse auch auf Bundesebene bald umdrehen”, sagte Güllner der “Neuen Osnabrücker Zeitung”.

► Güllner erklärte: “Um ein Bild von Gerhard Schröder abzuwandeln: Die Grünen haben die Chance, Koch zu sein, während sich die Sozialdemokraten mit der Rolle des Kellners anfreunden sollten.“

Darum ist die Analyse zum Grünen-Aufschwung wichtig:

Im aktuellen ARD-“Deutschlandtrend” erreichte die SPD unverändert 18 Prozent, die Grünen verbesserten sich auf 15 Prozent. Schon seit Monaten ist der Abstand zwischen den beiden Parteien immer weiter geschrumpft.

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Dazu kommt: In Baden-Württemberg und Bayern liegen die Grünen schon jetzt vor den Sozialdemokraten. In Berlin sind beide Parteien gleichauf.

Laut Meinungsforscher Güllner hat sich in Baden-Württemberg bereits gezeigt, wohin die Entwicklung gehen könne. Dort stellen die Grünen mit Winfried Kretschmann seit 2011 den Ministerpräsidenten und sind die stärkste Partei.

Wie der Meinungsforscher den Grünen-Erfolg begründet:

Die Grünen haben laut Güllner aktuell ein größeres Wählerpotenzial als die FDP und ein mindestens genauso großes wie die SPD. Der Forsa-Chef sprach von einer neuen Generation pragmatisch orientierter grüner Wähler. Und er betonte: “Ein Typus wie der gemäßigte Parteichef Robert Habeck passt genau zu diesen neuen Wählern.” 

Dagegen können die Sozialdemokraten laut Güllner ihr Potenzial nicht ausschöpfen. “Mögliche SPD-Wähler werden durch die real existierende SPD daran gehindert, für die Sozialdemokraten zu stimmen. Es fehlt vor allem an attraktiven Kandidaten. Politiker wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sind nur Ausnahmen.”