POLITIK
17/03/2018 19:13 CET | Aktualisiert 17/03/2018 19:33 CET

Mehr als 10.000 Kurden protestieren in Hannover gegen Einsatz der Türkei in Syrien

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dpa
Demonstranten schwenken während einer Demonstration von Kurden und anderen Gruppen gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien auf dem Opernplatz in Hannover Fahnen und Banner.

► Rund 11.000 Menschen haben am Samstag in Hannover zum kurdischen Neujahrsfest Newrozin gegen die türkische Angriffe auf Kurden in Nordsyrien demonstriert. Redner forderten ein Ende der deutschen Waffenlieferungen an die Türkei.

► Dabei gab es Zwischenfälle: Mitunter seien verbotene Fahnen und Symbole gezeigt und verbotene Parolen gerufen worden, sagte ein Polizeisprecher. Beamte wurden mit Plastikflaschen beworfen und mit Fahnenstangen angegriffen. Die Einsatzkräfte nahmen mindestens drei Menschen fest.

► Kleinere Demonstrationen gab es auch in anderen deutschen Städten, darunter in Hamburg.

Darum sind die Demonstrationen bedeutsam:

In den vergangenen Wochen haben Kurden mehrmals gegen den Einsatz türkischer Truppen in Syrien demonstriert. Seit Januar geht die Türkei mit Verbündeten gegen die kurdischen Volksschutzeinheiten YPG in der nordsyrischen Stadt Afrin vor. Sie sieht in ihnen einen verlängerten Arm der PKK. Nach Angaben eines Arztes wurde jüngst das einzige Krankenhaus in Afrin von türkischen Granaten getroffen. Die türkischen Streitkräfte dementierten, dass sie ein Krankenhaus beschossen hätten.

Mehr zum Thema: Was Erdogan vorhat, zeigt ein einfacher Blick auf die Karte

Mitte März war bekannt geworden, dass die Bundesregierung auch nach dem Einmarsch türkischer Truppen in Syrien Rüstungslieferungen in Millionenhöhe an den Nato-Partner Türkei genehmigt hat.

Das müsst ihr noch wissen:

Die Demonstration zum Newroz-Fest war ursprünglich von der Polizei untersagt worden, weil sie darin eine Unterstützung der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK sah. Ein Gericht gab aber schließlich grünes Licht für die Versammlung.