POLITIK
13/09/2018 08:09 CEST | Aktualisiert 13/09/2018 08:10 CEST

Medienbericht: AfD-Mann Höcke soll mit gewalttätigem Neonazi befreundet sein

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Michaela Rehle / Reuters
AfD-Rechtsaußen Björn Höcke pflegt offenbar Kontakte zur rechten Szene. 

Björn Höcke soll eine enge Freundschaft mit einem unter anderem wegen schwerer Körperverletzung, Volksverhetzung und Landfriedensbruchs vorbestraftem Neonazi haben. 

► Wie die “Zeit” berichtet, hat der thüringische Landeschef der AfD seit 2008 Kontakt zu Thorsten Heise, einem der bekanntesten Rechtsextremisten Deutschlands. 

► Heise, der stellvertretender Vorsitzender der rechtsradikalen NPD ist, habe Höcke bei seinem Umzug in sein Haus im thüringischen Bornhagen geholfen. Ein Augenzeuge sagte der “Zeit” unter eidesstaatlicher Versicherung: 

“Thorsten Heise und Björn Höcke saßen bei schönem Wetter in Höckes Garten, unterhielten sich ausgiebig und lachten miteinander.” 

Warum der Bericht über Höckes Nazi-Freundschaft brisant ist: 

Höcke ist der Anführer des rechten Flügels der AfD – und steht als solcher schon lange in Verdacht, Kontakte zur rechtsextremen Szene zu pflegen. So nahm er 2010 an einem rechtsextremen Aufmarsch in Dresden teil.

Auch wurde Höcke vorgeworfen (unter anderem von Ex-AfD-Chefin Frauke Petry), unter dem Pseudonym Landolf Ladig Artikel in NPD-nahen Zeitschriften veröffentlicht zu haben. Höcke wie auch Heise, der die Texte Ladigs publizierte, bestreiten, dass der AfD-Politiker hinter dem Pseudonym steckt.

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Nachdem der AfD-Politiker das Holocaust-Denkmal als “Denkmal der Schande” bezeichnet hatte, diskutierte die AfD-Spitze über einen Parteiausschluss Höckes. Das Vorhaben scheiterte allerdings.

Das Höcke in der AfD bleiben durfte, zeigt, wie weit nach rechts die Partei gedriftet ist. Höckes offenbare Freundschaft mit einem gewalttätigen und militanten Neonazi verstärkt diesen Eindruck. 

Es wundert vor diesem Hintergrund nicht, dass der Verfassungsschutz in Thüringen eine Beobachtung der AfD in dem Bundesland prüfen will

(mf)