POLITIK
23/08/2018 06:26 CEST | Aktualisiert 23/08/2018 07:28 CEST

Bericht: 74.000 Migranten waren 2018 schon in einem anderen EU-Land registriert

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CHRISTOF STACHE via Getty Images
Bundespolizisten an der deutschen Grenze. 

► Die deutschen Innenbehörden haben nach einem Medienbericht seit Januar 73.708 Migranten festgestellt, die zuvor bereits in einem anderen EU-Staat registriert waren oder dort Asyl beantragt haben. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor, die der “Bild”-Zeitung vom Donnerstag vorliegt.

► Unter den betreffenden Migranten waren laut dem Bericht 60.875, die im europäischen Asylregister Eurodac mit einem Asylantrag verzeichnet waren (Kategorie Eurodac I). 25.632 von ihnen kamen aus Griechenland, Italien oder Spanien nach Deutschland.

► Die übrigen 12.833 sind in einem anderen EU-Land lediglich registriert worden, haben aber noch keinen Asylantrag gestellt (Kategorie Eurodac II). 12.242 von ihnen kamen aus Griechenland, Italien oder Spanien.

Darum sind die Zahlen zu Migranten wichtig: 

Migranten, die bereits in einem anderen EU-Land registriert sind, waren das Thema des Asylstreits zwischen CDU und CSU. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will Vereinbarungen mit Spanien, Griechenland und Italien abschließen, um diese Migranten wieder in das jeweilig zuständige Land zurückzuführen. 

Nach dem Dublin-Abkommen sind für Flüchtlinge jene Länder zuständig, in denen sie zuerst EU-Boden betreten haben.

Mit Griechenland und Spanien hat Deutschland bereits Vereinbarungen dazu geschlossen. Die Abkommen gelten allerdings nur für Migranten, die bereits Asyl beantragt haben (Eurodac I) und von Österreich aus einreisen wollen.

Bei Kontrollen an der Grenze zu Österreich wurden dem Bericht zufolge zwischen 23. Juni und 12. August nur 143 Eurodac-I-Treffer erfasst.