POLITIK
26/08/2018 08:14 CEST | Aktualisiert 26/08/2018 11:06 CEST

McCain: Video zeigt, warum er größer war, als es Trump je sein wird

Die HuffPost-These.

  • Die Trauer um den verstorbenen US-Senator McCain ist groß.
  • Im Video oben seht ihr, warum auch viele Demokraten McCain so sehr respektieren.

Mit 81 Jahren ist John McCain gestorben.

Mehr als 30 Jahre lang saß der Republikaner im US-Senat und kämpfte für seine Ideale. Die Nachricht von seinem Tod löst über die Parteigrenzen hinweg Trauer aus.

► Denn: McCain war zwar ein unnachgiebiger Kämpfer für seine Überzeugungen – aber auch ein fairer Sportsmann. Ein ehrlicher Geist, wie sie in der US-Politik des Jahres 2018 selten geworden zu sein scheinen.

Viele US-Amerikaner teilen in den sozialen Netzwerken gerade ein Video, das genau das bestens beweist.

Es stammt aus dem Jahr 2008, als McCain im Wahlkampf um das Präsidentenamt gegen den späteren demokratischen Sieger Barack Obama antrat.

McCain: “Er ist ein anständiger Familienvater”

Es ist Oktober, Lakeville, Minnesota: einer von zahlreichen Wahlkampfauftritten des damals 71-jährigen Republikaners. Eine ältere Frau bekommt die Möglichkeit, McCain eine Frage zu stellen.

Sie sagt: “Ich kann Obama nicht trauen. Ich habe über ihn gelesen, dass er ein Araber ist.” Es ist eine Lüge, die rechtsradikale Medien in den USA verbreiten, um Obama zu diskreditieren.

Und McCain macht sie sich nicht zunutze.

Er nimmt der Frau das Mikrofon ab, sagt dann: “Nein. Er ist ein anständiger Familienvater und ein Bürger der USA, mit dem ich Meinungsunterschiede in einigen sehr wichtigen Fragen habe. Darum geht es in diesem Wahlkampf. Er ist kein Araber.”

Trump nutzt jede Lüge

Besonders in Zeiten von US-Präsident Donald Trump scheint diese souveräne und beschwichtigende Reaktion bemerkenswert.

Trump hatte im Wahlkampf keine Möglichkeit ausgelassen, politische Gegner zu attackieren – egal, ob nur auf der Grundlage von blanken Lügen.

Bereits 2012 unterstellte auch Trump Obama implizit eine arabische Herkunft. Er twitterte: “Warum hat Obamas Ring eine arabische Inschrift. Wer ist dieser Mann?”

Schon ein Jahr zuvor hatte Trump erklärt, er sei skeptisch, ob Obama US-Bürger sei und damit eine weitere gängige Verschwörungstheorie der Neuen Rechten bedient. 

Auch gegen Gegnerin Hillary Clinton setzte Trump im Wahlkampf auf Lügen. US-Analysten haben so herausgefunden, dass die Mehrheit der von Trump getroffenen Statements vor seiner Wahl auf Unwahrheiten beruhten.

Obama sagte zum Tod McCains: “Wenige von uns wurden so herausgefordert, wie John es einst wurde, oder mussten den Mut zeigen, den er gezeigt hat.”

“Aber wir alle können den Mut haben, das Wohl der Allgemeinheit über unser eigenes zu stellen.” McCain habe in seinen besten Zeiten gezeigt, wie das gehe. “Und dafür stehen wir alle in seiner Schuld”, fügte Obama hinzu.