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09/07/2018 10:08 CEST | Aktualisiert 09/07/2018 10:20 CEST

Matthäus bekommt Shitstorm nach Putin-Foto – und schlägt zurück

Im Netz wird er dafür abgefeiert.

DPA
  • Rekordnationalspieler Matthäus traf am Freitag Russlands Präsident Putin – und wurde dafür scharf kritisiert.

  • Nun hat er sich ausführlich dazu geäußert – unter anderem mit einem fragwürdigen Foto auf Twitter.

Es waren Fotos, für die sich Lothar Matthäus viel Kritik anhören musste.

Der fünfmalige WM-Teilnehmer und Fußball-Weltmeister von 1990 war am Freitag als eine von mehreren Fifa-Legenden beim russischen Präsidenten Putin im Kreml eingeladen.

“Dies ist einer der besten World Cups, die ich in den vergangenen 40 Jahren gesehen habe, vielen Dank für diesen World Cup, Mister President”, zitierte “Russia Today” seine Worte bei einem Empfang.

“Matthäus sollte keine blutigen Hände schütteln!”

Es dauerte nur wenige Stunden, bis öffentliche Kritik auf Matthäus einprasselte.

Die “Bild”-Zeitung, für die der frühere Nationalspieler WM-Kolumnen schreibt, kommentierte: “Matthäus sollte keine blutigen Hände schütteln!”.

Und weiter:

“Wenn nur ein deutscher Fan sich fragt, ob Putin wirklich Blut an den Händen haben kann, wenn eine Legende wie Matthäus ihm die Hand schüttelt, dann hat Matthäus sich zum Entschuldiger einer Mordmaschinerie gemacht, zum Erfüllungsgehilfen der politischen Propagandamission, die der eigentliche Zweck dieses Sportereignisses ist.”

Darauf reagierte Matthäus nun auf Twitter – und wies die Kritik zurück.

Zum einen schrieb er: “Politik und Sport lassen sich nicht trennen, aber für uns Sportler zählt nur der friedliche und faire Wettkampf.” 

Und weiter: “Die Menschen in Russland haben eine fantastische WM organisiert und zeigen der Welt ihre Gastfreundschaft und Herzlichkeit, dafür gebührt ihnen Dank! Diesen Dank habe ich ausgesprochen.”

Außerdem antwortete er mit einem Foto auf den Tweet, mit dem “Bild” den kritischen Kommentar teilte.

Es zeigt den früheren Chefredakteur der Zeitung, Kai Diekmann, sowie Politik-Chef Nikolaus Blome, der Putin bei einem Interview die Hand schüttelt.

Ich habe nur das gemacht, was ihr auch macht, will Matthäus suggerieren.

Und erhält dafür viel Zuspruch. Unteranderem von Star-Pianist Igor Levit.

“Matthäus hat “Bild” jahrhundertgeil getrollt”

Der schreibt:

“Matthäus hat “Bild” jarhundergeil getrollt.” Das Foto zeige die Heuchelei der Zeitung “in voller Montur”.

Dabei haben die “Bild”-Journalisten nach dem Händeschütteln kritische Fragen gestellt. Das war deren Job.

Matthäus hingegen hat sich vor die Kreml-Propaganda spannen lassen und sich bei Russlands Präsident eingeschleimt. Ein großer Unterschied.

Matthäus: “Ich bin halber Russe”

“Ich bin halber Russe”, sagte er - seine Frau Anastasia Klimko stamme “aus dem Norden, aber sie ist in Moskau aufgewachsen”.

Er fühle sich in Moskau “zu Hause, nicht nur wegen meiner Frau. Ich komme immer mit einem Lächeln hierher.”

(lp)