ELTERN
19/04/2018 16:52 CEST | Aktualisiert 20/04/2018 08:52 CEST

Masernimpfung: Manche Eltern übersehen entscheidendes Detail

Masern kann im schlimmsten Fall tödlich sein – daher entscheiden sich Eltern zur Impfung. Doch es gibt ein Aber…

gdinMika via Getty Images
Masern kann für Kinder gefährlich sein.
  • Die zweite Impfung gegen Masern ist wichtig – wird aber oft vergessen
  • Gesundheitsminister Spahn fordert bessere Zusammenarbeit, um die Impf-Deckung zu verbessern

Masern können für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich werden. Eine zweimalige Impfung schützt sie aber vor der Infektionskrankheit.

Aber: In Deutschland werden weiterhin zu wenige Kinder gegen Masern geimpft. Besonders bei der entscheidenden zweiten Impfung gibt es noch große Lücken. Das zeigen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). 

Das ist das Problem in Deutschland

Zwar haben 2016 erstmals alle Bundesländer dem RKI zufolge bei der ersten Masernimpfung die benötigte Quote von 95 Prozent erreicht.

► Aber: Bei der entscheidenden zweiten Impfung sei sie bei Kindern bis zum Schulanfang nur geringfügig auf 92,9 Prozent gestiegen. Die zweijährigen Kinder des Geburtsjahrgangs 2014 seien sogar nur zu 73,9 Prozent zweimal geimpft gewesen.

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Kinder brauchen eine zweite Masernimpfung – und Eltern

►  Doch nicht nur bei dem eigenen Kind sollten Eltern auf eine zweite Masernimpfung achten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden, sie gegebenenfalls ein zweites Mal impfen zu lassen – falls das noch nicht in der Kindheit geschehen ist.

Denn: “Es ist verantwortungslos, Kinder nicht gegen Masern impfen zu lassen oder eigene Impflücken hinzunehmen”, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Er forderte für Deutschland eine bessere Kooperation bei der Masernimpfung. ”Ärzteschaft, Schulen, Kitas, Betriebe, Behörden und natürlich die Eltern müssen noch besser zusammenarbeiten”, sagte Spahn laut einer Mitteilung von Bundesgesundheitsministerium, RKI und Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). 

Dreimal so viele Masernfälle wie im Vorjahr

Das Ziel hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits gesetzt: Eine Welt ohne Masernkranke.

Die Realität ist aktuell eine andere: Für 2017 registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) 929 Masernerkrankungen, fast dreimal so viele wie im Vorjahr. Allerdings schwanken die Zahlen von Jahr zu Jahr stark.

In den ersten zwölf Wochen des laufenden Jahres seien 92 Fälle gemeldet worden, berichtete das RKI anlässlich der Europäischen Impfwoche, die am Montag beginnt.

Impfskepsis ist ein Problem

Angesichts wachsender Impfskepsis in mehreren EU-Ländern schlägt auch das Europaparlament Alarm. Im Zeitraum 2008 bis 2015 gab es demnach in Europa 215.000 Krankheitsfälle, die durch eine Spritze hätten vermieden werden können – Grippe ist da noch nicht mitgezählt.

► Das Vertrauen der Menschen in Impfstoffe müsse gefördert werden, heißt es in einem Beschluss, den die Abgeordneten am Donnerstag verabschiedeten.

Weltweit verhindern Impfungen nach EU-Angaben jährlich rund 2,5 Millionen Todesfälle. Doch die Impfraten in Europa seien zu niedrig.

Der CDU-Abgeordnete Peter Liese sagte: “Leider sind über die Impfungen zu viele Fake News im Umlauf und die Menschen vermeiden Impfungen im Glauben, dass sie gefährliche Nebenwirkungen haben.”

Masern: Das sind die Symptome

Masern gehen zunächst mit grippeähnlichen Symptomen und später einem charakteristischen Hautausschlag einher.

Die Infektion schwächt das Immunsystem und kann in sehr seltenen Fällen tödlich enden. Gefährlich sind Masern vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern.

 

(lm)