POLITIK
28/02/2018 08:17 CET | Aktualisiert 28/02/2018 10:48 CET

"Markus Lanz": "Fire and Fury"-Autor verrät, was Trump wirklich antreibt

"Trump ist einer der dünnhäutigsten Menschen, den ich mir vorstellen kann."

Screenshot
Autor Michael Wolff gab bei "Lanz" persönliche Geschichten über die Trump zum Besten. 
  • In der Sendung “Markus Lanz” ist am Dienstagabend auch der Autor Michael Wolff zu Gast 
  • Der Verfasser des Bestsellers “Fire and Fury” gab in der Talk-Runde einen expliziten Einblick in das Innenleben des US-Präsidenten Trump

Nach einer halben Stunde Sendezeit kommt Moderator Markus Lanz in seiner Sendung am Dienstag auf “post-sowjetische Verhältnisse” zu sprechen. 

Was Lanz meint: Den Zustand in den USA, in denen der Familienclan der Trumps die Fäden der Macht in den Händen hält. Es ist ein Zustand, über den in der Folge der Starautor Michael Wolff vermeintlich Unglaubliches berichtet. 

Wolff hat das Buch “Fire and Fury” geschrieben, einen Bestseller, der auf hunderten Seiten peinliche und persönliche Anekdoten über das Chaos im Weißen Haus unter US-Präsident Donald Trump öffentlich macht, die Wolff dort beobachtet haben will. 

Bei “Lanz” berichtet der US-Journalist über einige seiner absonderlichsten Erfahrungen – und erklärt, was den US-Präsidenten als Menschen wirklich antreibt. 

Trumps Lebensmotto: “Ruhm und Frauen”

Wolff beschreibt das Weiße Haus auf Nachfrage von Moderator Lanz als Familienunternehmen. Er sagt: “Die Trumps dominieren das Weiße Haus vollkommen, sie sind die Schlüsselspieler – und alle anderen sind Beiwerk.” 

Wolff spricht vor allem die First Daughter Ivanka Trump und ihren Ehemann Jared Kushner an. Das Ehepaar habe in der US-Regierung unglaublichen Einfluss und würde auch Politprofis überstimmen. 

► “Das sind möglicherweise die beiden, die am schlechtesten vorbereitet sind auf einen Job im Weißen Haus”, sagt Wolff. “Außer natürlich: Trump selbst.”

Mehr zum Thema: “Fire and Fury”-Autor prophezeit “blutigste Zeit der Trump-Präsidentschaft”

Trump, berichtet Wolff weiter, habe nie Präsident werden wollen, er habe ganz andere Pläne im Leben gehabt. Lanz hakt nach: “Worum geht es diesem Mann, was treibt ihn?” 

Wolffs Antwort ist vernichtend: “Es ist die Sehnsucht nach purem Ruhm. Die maximale Aufmerksamkeit.”

Ansonsten, so glaubt Wolff, interessiere Trump überhaupt nichts – außer einer Sache: “Frauen, Frauen interessieren ihn auch. Doch jenseits von Ruhm und Frauen interessiert ihn gar nichts.”

Wolff behauptet: Dieser Moment machte Trump wild auf das Präsidentenamt

Warum also entschied sich der an Politik eigentlich desinteressierte Trump dazu, für die Präsidentschaft zu kandidieren? 

Laut Wolff gab es einen entscheidenen Moment, der den eitlen Milliardär so sehr in seiner Ehre verletzte, dass er sich entschloss, das Weiße Haus an sich zu reißen: Das White House Correspondent Dinner im Jahr 2011.

Zu diesem laden US-Präsidenten traditionell Vertreter der Presse und der Medien ein. 2011 war auch Trump vor Ort – und wurde von Barack Obama vor aller Welt verspottet.

Trump hatte zuvor behauptet, Obama sei kein echter US-Amerikaner und habe seine Geburtsurkunde gefälscht. 

Mehr zum Thema: Obama oder Trump - wer lügt mehr? Die “New York Times” hat den Test gemacht

“Trump ist einer der dünnhäutigsten Menschen, den ich mir vorstellen kann”, sagt Wolff zu der Blamage für Trump an diesem Abend. “Jede Stichelei verwundet ihn, er kann nicht über sich lachen.” 

► Und so schreibt Wolff in “Fire and Fury”, dass dieses White House Correspondents Dinner 2011 Trumps Ambitionen auf das Präsidentenamt maßgeblich geweckt habe.

Es ist ein absurder Gedanke: Ein Mann beschließt, zur mächtigsten Person der Welt zu werden – und all das nur, um Rache dafür zu nehmen, dass sich jemand mit ihm einen Scherz erlaubt hat.  

Absurd, ja. Aber leider auch plausibel.