POLITIK
05/01/2018 20:32 CET | Aktualisiert 06/01/2018 09:21 CET

Macron trifft Erdogan: Beim Thema EU-Beitritt wird es eisig

"Die EU lässt uns seit 54 Jahren vor der Tür warten!"

Anadolu Agency via Getty Images
Erdogans Miene verfinsterte sich, als es um den EU-Beitritt ging.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Fortschritten im EU-Beitrittsprozess der Türkei eine Absage erteilt und eine andere Form der Partnerschaft ins Spiel gebracht.

Das ist passiert:  

 ► Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach am Freitag in Paris mit seinem französischen Gegenpart unter anderem über die Aussichten des EU-Beitritts.

 ► Die jüngsten Entwicklungen in dem Land erlaubten keinerlei Fortschritte im Hinblick auf einen EU-Beitritt, erklärte Macron bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

► Macron schlug eine andere Art der Beziehung vor: “Nicht im Rahmen des Integrationsprozesses, sondern vielleicht einer Zusammenarbeit, einer Partnerschaft”. Ziel sei es, die Verankerung der Türkei in Europa zu erhalten.

Darum ist es wichtig: 

Das Verhältnis zwischen der EU und der Türkei ist höchst angespannt. Erdogan kritisierte am Freitag zum wiederholten Male den Stillstand im Beitrittsprozess seines Landes, das die EU seit inzwischen 54 Jahren “vor der Türe warten” lasse.

Mehr zum Thema: Wieso Erdogan sich gerade Sorgen um seine Zukunft machen muss

In Paris gerieten Macron und Erdogan wohl heftig aneinander. Die Miene des türkischen Präsidenten verdüsterte sich während der Pressekonferenz mehrfach.

Erdogan ging auch Journalisten an, einem warf der Präsident vor, Sprachrohr der Gülenisten zu sein.

Mit dem Vorschlag einer neuen Art der Partnerschaft könnte Macron jedoch längerfristig eine Entspannung ermöglichen. Zumindest der deutschen Bundesregierung gegenüber zeigte sich Ankara zuletzt kompromissbereit.

Was ihr noch wissen müsst: 

Vor einem Besuch bei seinem deutschen Amtskollegen Sigmar Gabriel hat der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu für einen “Neustart” im schwer belasteten Verhältnis zu Deutschland geworben.

Deutschland und die Türkei sollten ihre Beziehungen, “wie schon seit 300 Jahren, in Freundschaft und Zusammenarbeit” fortführen, schrieb Cavusoglu in einem Gastbeitrag für die Funke-Mediengruppe.

(ll)