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17/07/2018 11:36 CEST | Aktualisiert 17/07/2018 11:36 CEST

Stillen auf dem Laufsteg – was ich von diesem Model gelernt habe

Als noch recht junge Mutter muss ich sagen: Sie hat mich wirklich beeindruckt.

Wie cool ist denn bitte Mara Martin?  

Bei der “Sports Illustrated Swimsuit Show” am Sonntagabend in Miami lief das Model über den Laufsteg und präsentierte dabei nicht nur ihren goldenen Bikini. Martin stillte ihre fünf Monate alte Tochter Aria, während sie über den Catwalk lief und hätte dabei kaum mehr Weiblichkeit ausstrahlen können. 

Wow. Was für ein Bild! 

Als selbst noch recht junge Mutter muss ich sagen: Martin hat mich mit diesem Auftritt wirklich beeindruckt. 

Auch im Jahr 2018 ist es für viele Mütter noch nicht selbstverständlich, ihr Baby an jedem beliebigen Ort zu stillen. Viele schämen sich oder wollen unangenehmen Situationen aus dem Weg gehen. 

Es sind doch nur Brüste!

Ich verstehe das, denn auch ich habe mich anfangs manchmal überwinden müssen, in der Öffentlichkeit meine Brüste auszupacken. Ich habe mich dann oft selbst daran erinnert, dass das ganz natürlich ist und es keinen Grund gibt, mich zu verstecken, wenn mein Baby Hunger hat. 

Und schließlich sind es doch auch nur Brüste! Was ist so schlimm daran? 

Ich habe mich ganz bewusst dagegen entschieden, meine Tochter beim Stillen unter einem Tuch zu verstecken – so wollte ich meinen eigenen winzig kleinen Beitrag leisten. 

Danke, Mara Martin 

Deshalb finde ich es großartig, dass Mara Martin diese einmalige Gelegenheit genutzt hat, um einem riesigen, internationalen Publikum zu zeigen, dass jede Frau verdammt stolz darauf sein kann, ihr Baby zu stillen. 

Denn auch wenn das eigentlich selbstverständlich sein sollte – die Realität ist eine andere. 

Martin selbst schreibt auf Instagram über ihren Auftritt

“Ich kann kaum glauben, dass ich aufwache und es Schlagzeilen über mich und meine Tochter gibt, für etwas, das ich jeden Tag tue. Es ist – gelinde gesagt –wirklich erniedrigend und unwirklich. Ich bin dankbar, dass ich diese Botschaft teilen und damit helfen kann, das Stillen zu normalisieren. Und auch zeigen kann, dass Frauen ALLES TUN KÖNNEN! 

Aber um ehrlich zu sein, der wahre Grund, warum ich nicht glauben kann, dass dies eine Schlagzeile ist, ist dass es keine sein sollte!!! Meine Geschichte ist nur, dass ich eine Mutter bin und sie gestillt habe, während ich gelaufen bin. Es gab letzte Nacht aber Schlagzeilen, die es viel mehr verdient hätten, von der Welt gesehen zu werden.” 

Ich finde es richtig und wichtig, dass die Medien berichten 

Ich gebe Martin zwar Recht – es sollte eigentlich nichts Besonderes sein, sein Baby öffentlich zu stillen. Aber ich finde es trotzdem richtig und wichtig, dass so intensiv darüber berichtet wird. 

Es hilft Müttern, sich besser zu fühlen.

Und es hilft Babys, zu jeder Zeit mit der für sie optimalen Nahrung versorgt zu werden und diese besondere Nähe ihrer Mütter zu spüren, auch wenn sie gerade mal nicht zu Hause sind. 

Wir brauchen mehr Vorbilder wie Mara Martin. 

(nc)