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17/05/2018 12:46 CEST | Aktualisiert 02/08/2018 10:30 CEST

Mann trifft einen Kollegen am Flughafen – die Begegnung ändert sein Leben

"Das ist die unglaublichste Geschichte, die ich jemals gehört habe."

  • Ein US-Amerikaner erleidet eine Herzinfarkt – danach wird ihm klar: Er muss seine leibliche Mutter finden.
  • Er begibt sich auf die Suche und findet sie mithilfe eines Kollegen wieder.
  • Oben im Video: Herzinfarkt kündigt sich 4 Wochen vorher an – diese Anzeichen könnten darauf hinweisen.

Es ist eine Hollywood-Geschichte, im wahrsten Sinne des Wortes: Der US-Amerikaner Bruce Hollywood suchte seine leibliche Mutter und fand sie dank eines zufälligen Treffens mit einem Kollegen.

Seine Geschichte erzählte Hollywood nun der amerikanischen Tageszeitung “Washington Post”.

Suche beginnt mit einem Herzinfarkt

Alles begann im Jahr 2005, als Hollywood vor seiner Arbeitsstelle beim US-Militär im Pentagon in Washington einen Herzinfarkt erlitt. “Hier endet es”, dachte sich der Mann, als er am Boden lag.

►  Als er wenig später im Krankenwagen aufwachte, war ihm klar: Er musste seine leibliche Mutter in Japan finden, die ihn 1960 zur Adoption freigab.

Davor habe er sich nie Gedanken um sein Leben und seine Adoption gemacht, sagte er der “Washington Post”. Doch seine Herzattacke änderte alles.

Hollywood wusste bereits von seinen amerikanischen Adoptiveltern, dass er nicht ihr Kind war: “Ich wusste immer, dass ich adoptiert wurde, weil ich asiatische Züge hatte. Zudem ist mein Vater Ire und meine Mutter eine Norwegerin. Sie sagten mir immer, dass sie speziell mich ausgesucht haben.”

►  Seine Eltern hätten ihm sogar den Namen seiner leiblichen Mutter erzählt und ihm angeboten, für ihn einen Flug nach Japan zu bezahlen. Doch er habe immer abgelehnt – bis sein Herzinfarkt alles änderte.

Zunächst bleibt die Suche erfolglos

Jetzt wollte er seine leibliche Mutter doch kennenlernen und plante, ihr einen Brief zu schreiben. Mithilfe der japanischen Botschaft wollte er seine Mutter finden. Weil er nicht genügend Informationen über sie hatte, konnte ihm die Botschaft aber nicht weiterhelfen.

► In letzter Hoffnung beauftragte Hollywood einen Privatdetektiv. Doch auch dieser kam anscheinend nicht weiter. Hollywood gab auf: “Ich habe zumindest alles versucht. Es ist zu bedauerlich.”

Doch schon ein paar Monate später sollte sich das Blatt wenden: Hollywood saß in einer Weinbar am Flughafen, auf dem Weg zu einer Militärkonferenz in Deutschland.

Ihm gegenüber saß ein weiterer Militärmann, dessen Mutter ebenfalls eine Japanerin war. Sie begannen, sich Geschichten zu erzählen.

Eine zufällige Begegnung verändert Hollywoods Leben

►  Der Mann war offensichtlich bewegt von Hollywoods Geschichte und versprach, ihm zu helfen. Zögernd gab Hollywood dem Mann die Informationen, die er hatte.

Die Chancen, seine Mutter zu finden, schätzte Hollywood dennoch gering ein, sagte er der “Washington Post”.

Zehn Tage später saß Hollywood an seinem Schreibtisch im Pentagon, als sein Telefon klingelte.

►  Es war die japanische Botschaft, die Hollywood erzählte, dass man seine Mutter gefunden habe. 

“Sie wird dich in zehn Minuten anrufen”

Hollywood war glücklich: “Dann kann ich endlich meinen Brief schreiben.” Doch die Botschaft erwiderte: “Vergiss den Brief. Sie wird dich in zehn Minuten anrufen, aber sie spricht kein Englisch.”

Dank eines kurzfristig gefundenen Dolmetschers konnte Hollywood mit seiner leiblichen Mutter telefonieren. “Morgen ist der 65. Geburtstag deiner Mutter und das Geburtstagsgeschenk, von dem sie ihr ganzes Leben lang geträumt hat, ist, dass du zu ihr zurückkommen würdest ”, sagte der Dolmetscher dem Mann.

Mutter benannte ihr Restaurant nach dem Sohn Bruce

►  In dem Gespräch kam außerdem heraus, dass die Mutter ein eigenes Restaurant betreibt und dieses nach dem Namen ihres Sohnes Bruce benannt hat.

Es stellte sich heraus, dass Hollywoods Adoptivmutter der leiblichen Mutter ein Foto des Babys als Erinnerung mitgegeben und ihr gesagt hatte, dass sie es Bruce nennen würde. Deshalb wusste die Japanerin von dem Namen.

“Das ist entweder die unglaublichste Geschichte, die ich jemals gehört habe oder diese Frau ist verrückt und diese Dinge sind nicht wahr”, sagte Hollywood.

Knapp zehn Tage später flog Hollywood nach Japan und fuhr mit dem Zug in die Stadt Shizuoka, einige Stunden von Tokio entfernt. Nach diesem ersten Treffen ließen sich er und seine Mutter nicht mehr aus den Augen – drei Jahre verbrachten sie miteinander, bevor die leibliche Mutter 2009 an einem Herzinfarkt starb.

(jds)