LIFE
12/11/2018 17:27 CET | Aktualisiert 13/11/2018 10:00 CET

Blinder Mann muss Hund weggeben, weil Nachbar die beiden verpetzt hat

Eine gemeinnützige Organisation plant, ihm den Hund wegzunehmen.

Facebook / Roger Debman
Nevin (links) und Peter (rechts) sind gute Freunde, aber sie sollen voneinander getrennt werden.
  • Ein Engländer sieht sich gezwungen, seinen Blindenhund wegzugeben.
  • Schuld daran ist sein Nachbar und eine gemeinnützige Organisation für Blindenhunde.

Roger Debman aus dem englischen Liverpool hat vor rund zehn Jahren sein Augenlicht verloren. Nach zwei Herzinfarkten und einem Schlaganfall war der Mann dringend auf Hilfe angewiesen, um seinen Alltag zu bewältigen.

Im Jahr 2008 bekam er den schwarzen Labrador Nevin, der ihm seitdem zur Seite steht. Das berichtet Debman der englischen Lokalzeitung “Liverpool Echo”.

Allerdings wurde der Hund über die Zeit zu alt und konnte ihm deswegen nicht weiter als Blindenhund dienen. Aus diesem Grund gab ihm die gemeinnützige “Guide Dogs UK” den Blindenhund Peter.

Facebook / Roger Debman
Peter hilft seinem Herrchen seit September diesen Jahres.

Mann geht jeden Morgen mit Hunden spazieren

Seither geht der Engländer jeden Morgen mit den beiden Hunden im Park spazieren, um ihnen Auslauf zu geben. Aber dieses Ritual sollte ihn unwissend in Schwierigkeiten bringen.

Ein Nachbar habe den 57-Jährigen nämlich bei der gemeinnützigen Organisation gemeldet, da er unerlaubter Weise zeitgleich mit zwei Hunden spazieren gegangen war. Das sei aus versicherungstechnischen Gründen allerdings nicht erlaubt, wie ihm “Guide Dogs UK” daraufhin schriftlich mitgeteilt hat.

Er dürfe mit den Hunden daher nur einzeln Gassi gehen.

Wenn er mit Blindenhund Peter unterwegs ist, müsse er immer das Blindenhund-Geschirr tragen. Und da Nevin ein “pensionierter” Blindenhund ist, dürfe er mit ihm nur mit einer Begleitperson oder einem Blindenstock spazieren gehen, berichtet die Zeitung weiter.

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Nicht möglich mit den Hunden einzeln zu gehen

Anfangs habe Debman versucht mit beiden Hunden einzeln spazieren zu gehen. 

Der Zeitung sagt er: “Ich bin mit beiden einzeln Gassi gegangen und der, der zu Hause bleiben musste, hat die ganze Zeit gewinselt.”

Der Liverpooler wollte seinen Hunden diesen Stress nicht mehr aussetzen und konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehrfach am Tag Gassi gehen. Daher beschloss er schweren Herzens, Hund Peter an die Organisation zurückzugeben.  

Zwar sei es ihm damit nicht mehr möglich selbstständig Freunde und Familie zu besuchen und ihm breche es das Herz die Hunde voneinander zu trennen, aber ihm sei deren seelisches Wohl und seine eigene Gesundheit wichtiger, erklärt er der Zeitung.

Happy End für Debman und Hund Peter

Allerdings gibt es offenbar ein Happy End. Auf seiner Facebookseite verkündete Debman, dass sich nach dem Einsatz hunderter Menschen mit der Organisation eine Regelung finden konnte und Peter bei ihm bleiben kann. Dafür müsse von nun an immer eine weitere Person mit den beiden Hunden und ihrem Besitzer mitgehen. 

Debman sei sehr glücklich über die Hilfe und darüber, dass die Hunde nun doch nicht getrennt werden müssen.

Facebook / Roger Debman
Debman mit seinen Hunden und einem auszubildenden Blindenhund.

(kiru)