LIFE
30/08/2018 19:02 CEST | Aktualisiert 30/08/2018 19:03 CEST

Mann lebte 29 Jahre lang auf verlassener Insel – so sieht er die Welt

"Es hat mich verändert – ohne, dass ich es gemerkt hätte."

  • Ein 82-jähriger Mann lebte 29 Jahre auf einer verlassenen Insel in der Nähe von Japan.
  • Geld und Religion sieht er als die Dinge an, die der Welt am meisten schaden.
  • Oben im Video erzählt der Einsiedler, wie er die zivilisierte Welt sieht.

Seit 1989 lebt Masafumi Nagasaki auf der verlassenen Insel Sotobanari in der Nähe von Japan. Der 82-Jährige ist ein Aussteiger, er hat sich ganz bewusst für ein Leben abgeschottet von jeglicher Zivilisation entschieden.

Alvaro Cerezo, ein Filmemacher, verbrachte ein paar Tage mit dem 82-Jährigen auf der Insel. Cerezo selbst hat bereits mehrere Einsiedler auf verlassenen Inseln besucht und über ihr Leben außerhalb der Zivilisation berichtet.

In einem Video, dass Cerezo veröffentlicht hat, erzählt der 82-jährige Nagasaki, dass er die Einsamkeit genieße. 

► Vor giftigen Schlangen oder Moskitos habe er keine Angst. “Schlangen attackieren keine Menschen. Sie greifen nur an, wenn es um ihr Überleben geht. Moskitos stechen auch nur zu, um sich fortzupflanzen”, sagt der Einsiedler. 

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Seit 29 Jahren auf einer einsamen Insel

Masafumi Nagasaki verbringt seinen Tag damit, den Strand von Müll zu säubern. Er legt besonders großen Wert auf die Umwelt. “Die Umwelt hat mich verändert – ohne, dass ich es gemerkt hätte”, sagt der 82-Jährige. 

Langweilig sei ihm nie und einsam fühle er sich auch nicht. “Hätte ich solche Gefühle, dann könnte ich hier draußen nicht überleben. Ich muss hier realistisch denken. Ich muss die Gesetze der Natur befolgen”, sagt er.

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ALVARO CEREZO/DOCASTAWAY
Seit 1989 lebt Masafumi Nagasaki alleine auf einer Insel.

Nagasaki jagt und isst keine Fische, weil sie ihm leid tun. Auf die Eier der Schildkröten achte er und er sorge dafür, dass sie sicher ins Meer kommen.

“Ich bin der einzige Mensch auf dieser Insel”, sagt er. “Das zeigt mir, wie wunderbar die Welt ist. Die Insel hat mich sehr verändert.”

Geld und Religion zerstören die Welt

Masafumi Nagasaki hat die Zivilisation vor 29 Jahren verlassen.

► Geld und Religion seien für ihn das Schlimmste in einer Gesellschaft. Seiner Meinung nach zerstören diese beiden Dingen die Welt. 

Für eine Sache sei er der Zivilisation allerdings dankbar: Feuerzeuge sind laut Nagasaki das Beste, was die Menschheit erfunden hat.

Selbst wenn sich die Welt zu einem besseren Ort entwickeln würde, würde Nagasaki seine Insel nicht verlassen wollen. “Nirgends anders werde ich ein solches Paradies wie hier finden. Ich will auf der Insel bleiben und hier auch sterben.” 

Wie Alvaro Cerezo auf seiner Facebook-Seite schreibt, musste der Einsiedler die einsame Insel jedoch vor wenigen Wochen verlassen.

► Japanische Behörden zwangen ihn dazu. Derzeit befindet sich der 82-Jährige im Krankenhaus und wird gesundheitlich versorgt, bevor er wohl wieder ein Leben in der Zivilisation beginnen muss.

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(ujo)