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29/08/2018 13:26 CEST

Mann erkennt 21-Jährige von Sexseite auf Facebook wieder und erpresst sie

Der Mann wurde vor Gericht freigesprochen.

Alex Maxim via Getty Images
Der 29-Jährige hatte die 21-Jährige auf einer Sexseite kennengelernt. (Symbolbild)
  • Ein 29-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen hat eine 21-Jährige mit ihren eigenen Nacktfotos erpresst, um Sex zu bekommen.
  • Der Erpresser kannte die Frau von einer Sexseite.

Ein vorbestrafter 29-Jähriger aus dem nordrhein-westfälischen Bünden hat eine 21-Jährige mit Nacktfotos erpresst, um Sex zu bekommen. Das Schöffengericht in Herford hat ihn dennoch freigesprochen. Das berichtete die Regionalzeitung “Neue Westfälische”.

Der 29-Jährige hatte die 21-Jährige auf einer Sexseite kennengelernt. Auf Facebook erkannte er ihr Profil wieder und drohte der Frau, ihre Bilder zu verbreiten, wenn sie nicht mit ihm schlafen würde.

Widersprüchliche Signale

Die Drohungen des 29-Jährigen seien wie folgt gewesen: Falls die Frau sich nicht mit ihm am Bahnhof im nahegelegenen Löhne treffe, habe der Mann ihr geschrieben, würde er die Fotos von der Sexseite ihrer Familie und Freunden zeigen. Die 21-Jährige zeigte den Mann daraufhin wegen sexueller Nötigung an.

“Im Prinzip passt das schon”, sagte der 29-Jährige laut “Neue Westfälische” über die Anschuldigungen vor Gericht. Die 21-Jährige habe ihm aber ebenfalls Nachrichten mit sexuellem Inhalt geschickt. 

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Anders als im Sex-Chat, habe sie ihn auf Facebook jedoch mit den Worten “Lass mich in Ruhe, das Profil ist nicht meins” abgewiesen. 

Vor dem Schöffengericht sagte sie, dass ihr Ex-Freund ihr Foto auf die Sex-Seite geladen habe, weil das Paar auf der Suche nach “sexuellen Kontakten” gewesen sei. Dass ihre Familie und Freunde von ihren Online-Abenteuern erfahren würden, habe die junge Frau nicht gewollt, schrieb die “Neue Westfälische”.

Naiver Umgang mit dem Internet

Der 29-Jährige wurde vom Schöffengericht in Herford freigesprochen. Im Gesetz hieße es nämlich, dass ein Täter gegen den erkennbaren Willen des Opfers handeln müsse, zitierte die “Neue Westfälische” die Richterin Alea Blöbaum. 

Die junge Frau habe dem 29-Jährigen auf den verschiedenen Plattformen jedoch scheinbar widersprüchliche Zeichen gegeben. Die Chancen für eine strafrechtliche Verurteilung seien gering.

Die Richterin sagte zur “Neuen Westälischen”, dass junge Menschen naiv mit dem Internet und Sozialen Medien umgingen: “Das, was geschrieben wird, bleibt dort bestehen.”

Wie verhalte ich mich, wenn mich jemand im Internet erpresst? Diese Tipps der Beratungsorganisation “Rat auf Draht”  können euch weiterhelfen:
  • Zuerst solltet ihr den Kontakt zum Erpresser abbrechen, ihn bei der jeweiligen Seite den Administratoren melden und ihn blockieren.
  • Auf gar keinen Fall solltet ihr auf seine Forderungen eingehen.
  • Außerdem solltet ihr eine Google-Benachrichtigung für euren Klarnamen und Nutzernamen erstellen. Falls jemand Inhalte mit euren Namen hochlädt, werdet ihr benachrichtigt. 
  • Eine Anzeige bei der Polizei schützt andere Opfer. Dabei helfen Screenshots und Chatprotokolle.

 (nc)