ELTERN
02/01/2019 10:21 CET

Mann adoptiert Mädchen mit Down-Syndrom, das niemand wollte

“Ich habe vom ersten Moment an gespürt, dass sie meine Tochter ist.”

  • Die kleine Alba wurde von ihrer Mutter verstoßen, weil sie mit dem Down-Syndrom zur Welt kam. 
  • 20 angefragte Familien lehnten die Adoption des Mädchens ab. Dann trat Luca Trapanese in ihr Leben. 

Luca Trapanese hatte einen großen Traum: Er wollte unbedingt Papa werden. Doch für den 41-jährigen Italiener gab es dabei einige Hürden. 

Denn eigentlich wollte Trapanese mit seinem Ex-Partner ein Kind adoptieren. Doch dann trennte sich das Paar. Für den alleinstehenden Mann war eine Adoption rein rechtlich unmöglich. Als sich im Jahr 2017 jedoch das Gesetz in Italien änderte, ließ Trapanese sich sofort für eine Adoption registrieren. 

Der BBC sagte der Italiener: “Mir wurde gesagt, dass ich ein Kind mit Problemen bekäme, ein krankes Kind, mit schweren Beeinträchtigungen oder Verhaltensauffälligkeiten. Ein Kind, das von allen anderen Familien abgelehnt wurde. Damit war ich völlig einverstanden.” 

Alba wurde von ihrer Mutter verlassen

Der 41-Jährige hatte gemeinsam mit seinem Ex-Partner jahrelang mit großer Leidenschaft eine Hilfsorganisation für Menschen mit Behinderung geleitet. Das Paar wollte daher unbedingt ein Kind mit Behinderung adoptieren. 

Im Juli 2017 bekam Trapanese dann einen Anruf vom italienischen Familiengericht. 

“Sie sagten, sie hätten ein kleines Mädchen für mich. Ihr Name war Alba und sie war 30 Tage alt. Sie hatte das Down-Syndrom und wurde von ihrer biologischen Mutter verlassen. Sie wurde außerdem von mehr als 20 Familien abgelehnt. Ich konnte meine Freude kaum im Zaum halten. Ich sagte sofort ‘Ja’”. 

“Ich habe sofort gespürt, dass sie meine Tochter ist”

Trapanese fuhr sofort ins Krankenhaus und schloss seine kleine Tochter in die Arme. “Ich habe vom ersten Moment an gespürt, dass sie meine Tochter ist”, sagte er der BBC. 

“Aufgrund meiner Erfahrung wusste ich, dass ich in der Lage bin, mit allen Problemen, die das Kind haben würde, umgehen zu können.”

So wurden die beiden zu einer kleinen Familie. Trapanese bekam das Kind, das er sich immer gewünscht hatte. Und Alba bekam einen Vater, der sie von Herzen liebt – genauso wie sie ist. 

Alba habe eine starke Persönlichkeit und manchmal sei sie ein wenig stur, erzählt Trapanese. “Am liebsten würde sie den ganzen Tag spielen, essen und tanzen. Sie liebt es, unter Menschen zu sein, deswegen gehe ich mit ihr in den Park oder ins Museum.” 

Über sein Leben mit Alba hat der Italiener ein Buch geschrieben: “Nata per te” – Für dich geboren. Außerdem betreibt Trapanese einen Blog und lässt Nutzer auf Facebook und Instagram an seinem Alltag teilhaben. Mit seiner Offenheit möchte er zu einer konstruktiven Diskussion über das Adoptionsrecht homosexueller und alleinstehender Eltern beitragen. 

(ujo)