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19/02/2018 18:44 CET | Aktualisiert 19/02/2018 18:44 CET

Manipulierte Geldautomaten: Hier ist Vorsicht geboten

Die Polizei in Berlin hat erneut eindringlich vor manipulierten Geldautomaten gewarnt. Via Twitter teilten die Beamten mit, dass zurzeit eine massive Steigerung von Skimming-Betrugsdelikten registriert werde. Dabei versuchen die Täter, heimlich die Kreditkartendaten der Kartennutzer bei Barabhebungen auszulesen, oft mit Erfolg.

IStock
Polizei rät zu erhöhter Aufmerksamkeit

Skimming, also das heimliche Abgreifen von Kreditkartendaten am Geldautomaten, hatte schon Ende 2017 für Schlagzeilen gesorgt. Damals war öffentlich geworden, dass in den ersten elf Monaten des Jahres bundesweit fast 500 Skimming-Manipulationen verzeichnet wurden. Mehr als die Hälfte der Fälle ereignete sich in Berlin, aber auch Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Hessen, Bayern und sechs weitere Bundesländer waren von den Angriffen betroffen.

Wie werden die Geldautomaten manipuliert?

Ziel der Skimming-Täter ist es, Kreditkartendaten und PIN des Nutzers in Erfahrung zu bringen. Meist geschieht dies am Automaten über eine Minikamera oder Tastatur-Attrappe. Auch der Anschluss externer Festplatten wurde bereits beobachtet.

Da für das illegale Auslesen der Daten eine physische Manipulation des Geldautomaten erforderlich ist, rät die Polizei zu erhöhter Aufmerksamkeit. Sei der Automat in irgendeiner Form verdächtig, solle von einer Nutzung abgesehen und die Polizei informiert werden. Zum Schutz vor den winzigen Kameras sei zudem ratsam, die PIN-Eingabe immer mit der Hand abzudecken.

Immer besserer Schutz der Bank- und Kreditkarten

Trotz steigender Fall-Zahlen: Für Skimming-Täter wird es immer schwerer, ihre Daten-Beute in bare Münze umzuwandeln. Alle in Europa ausgegebenen Girocards werden ebenso wie die Bankterminals bereits seit Jahren mit EMV-Chips ausgestattet. Im Gegensatz zum leicht kopierbaren Magnetstreifen kann dieser „Mikrocomputer“ nicht einfach dupliziert werden. Bei Barabhebungen oder dem Karteneinsatz im Laden prüft ein Lesegerät, ob es sich um eine Original-Karte handelt. Ist das nicht der Fall, wird die Transaktion abgelehnt.

Da dieser Sicherheitsstandard noch nicht weltweit etabliert ist, gibt es allerdings Lücken. So lohnt der Flug nach Südamerika für die Täter durchaus, denn hier wird zum Teil weiterhin mit Magnetstreifen-Technik gearbeitet.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen bei: Advopedia.de