POLITIK
29/11/2018 09:03 CET

Maischberger reicht Gauland CDU-Mitgliedsantrag – der atmet erst einmal durch

“Das ist Sache der CDU."

Screenshot / ARD
Sandra Maischberger überreichte AfD-Chef einen Mitgliedsantrag der CDU.
  • Bei Sandra Maischberger ging es am Mittwochabend eigentlich um den UN-Migrationspakt.
  • Doch die ARD-Moderatorin lies es sich nicht nehmen, dem heutigen AfD-Parteichef Alexander Gauland seine CDU-Vergangenheit in Erinnerung zu rufen.

Seit Wochen kocht die Diskussion um den UN-Migrationspakt hoch, der im Dezember in Marokko unterschrieben werden soll.

Am Donnerstag spricht der Bundestag über das Abkommen, am Mittwochabend hatte sich bereits SandraMaischberger dem Thema angenommen.

In ihrer ARD-Talkshow hatte sie mit dem AfD-Parteichef Alexander Gauland einen der entschiedensten Gegner des Migrationspaktes geladen. Gauland, der einst für die CDU Staatssekretär in Hessen war, ist auch einer der lautesten Kritiker von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Ein CDU-Mitgliedsantrag für Gauland

So ließ es sich die ARD-Moderatorin nicht nehmen, Gauland angesichts der nahenden Ablösung Merkels als CDU-Parteivorsitzende, mit einer möglichen Rückkehr zu seiner alten Partei zu konfrontieren:

“Herr Gauland, ich habe Ihnen einen Mitgliedsantrag mitgebracht – von der CDU. Sie waren ja mal 40 Jahre lang Mitglied.” 

Dann zoomte die Kamera auf den Antrag. Maischberger hatte dem heutigen AfD-Chef sogar schon eine Teil abgenommen und den Antrag vorausgefüllt –  mit Gaulands Namen. Dann fuhr Maischberger fort:

“Wir stellen uns vor, dass Herr Merz gewinnt. Er wird Parteivorsitzender. Das ist jetzt wirklich eine ziemlich hypothetische Frage: Werden sie dann wieder ein CDU-Mitglied, wenn Frau Merkel nicht mehr da ist?”

Gauland nahm den Mitgliedsantrag lächelnd entgegen und sagte nach kurzem durchschnaufen:

“Das ist Sache der CDU. Ich werde den Antrag nie mehr ausfüllen! 

“Meine Partei ist die AfD”

Friedrich Merz gilt neben CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer als heißester Kandidat auf den Parteivorsitz der Christdemokraten.

Merz steht für eine mögliche Rückbesinnung der CDU auf konservative Werte. Relativ ungelenk machte Merz dies zuletzt deutlich, als er das Grundrecht auf Asyl in Frage stellte – nur um wenig später wieder zurückzurudern.

Doch Vorstöße wie die von Merz gehen dem AfD-Chef offensichtlich nicht weit genug. Im Anschluss machte Gauland deutlich:

“Meine Partei ist die AfD. Ich werde aber hier nicht sagen, wen ich gerne (als CDU-Parteichef, Anm. d. Red.) hätte – denn der kriegt bestimmt sofort fünf bis zehn Prozent weniger.”

(mf)